Junk Culture (Orchestral Manoeuvres in the Dark)

„Junk Culture“ aus dem Jahre 1984 war eine der ersten Platten, die ich mir selbst kaufte. Damals vor Jahrhunderten mit 15 oder 16 nach der Mathenachhilfe (nein, es hat nichts gebracht.) in einem sehr kleinen Plattenladen in Friedrichshagen. Warum ich sie genommen habe ist sehr simpel zu beantworten: Mein damaliges Lieblingslied „Locomotion“  ist daraufzufinden. Außerdem wollte ich endlich mein eigenes OMD-Album haben und nicht ständig das Best Of meiner Mama stibitzen.

Nun zu dem Album ansich.

Was ich von Anfang an mochte, war dass bis auf die Blumen alles schwarz ist. Auch die Hülle mit den Songtexten ist bis auf einen farbigen Streifen in schwarz gehalten. Dazu die wirklich furchtbar hässlichen, bunten Blumen, die zu einer durchaus 1980er-typischen Gesamtkomposition führen. Und wie ich finde auch perfekt auf den Klang des Albums schliessen lassen. Irgendwie abstrakt, aber auch düster und kitschig.

Als Eröffnungssong ertönt das Instrumental „Junk Culture“.

Dieses Lied zeigt die Experimentierfreudigkeit OMDs schon sehr deutlich. Es klingt zwar eindeutig nach der Dekade aus der es stammt, dennoch irgendwie zeitlos. Es klingt anders, nicht weltgebunden, sondern lässt einem Raum zum Erschaffen von musikalischen Landschaften während des Hörens. Wegen dieser Eigenschaft, war es auch eins der meistgehörtesten Alben zum Einschlafen für mich. Es ist wie eine spannende und doch entspannende Reise ohne aus der Tür zu treten.

2. „Tesla Girls“

Meine persönliche Hymne für den Physikunterricht. Ich mag das Gewummer im Hintergrund in Kombination mit dem doch sehr pathetischen Pianogeklimper. Diese interessante Gratwanderung zwischen schwülstigem Pop und dem Soundpionierdaseins zieht sich durch das ganze Album.

3. „Locomotion“

Einer der besten Popsongs der Weltgeschichte. Ein Lied, wie ein Strandspaziergang.

4. „Apollo“

Ich liebe die Details und die Melodie. Das Geklacker, Geklimper, die Soundverzerrungen. Herrlich.

5. „Never Turn Away“

Hier haben wir sie, die obligatorische Ballade. Sie kommt so ruhig und unaufgeregt daher und entwickelt sich doch zu etwas so schönem. Es klingt tatsächlich wie Regen der ans Fenster klopft. So kitschig es auch klingen mag. Diese Assoziation habe ich.

6. „Love and Violence“

Was für ein Kontrast. Gerade noch unglücklich geschmachtet, werden wir jetzt aggressiver und fangen an unsere Gefühle herauszuschreien. Das emotionale Chaos wird durch ein Synthie-Hupkonzert noch unterstrichen.

7. „Hard Day“

Selbst Bono kann nicht so effizient leiden. Ich kenne keinen OMD-Song, wo soviel Leid durch den Gesang vermittelt werden soll. Generell finde ich die B-Seite sehr viel reizvoller, da dort die stimmliche aber auch die lyrische Varianz ausgearbeiteter ist. Und man fragt sich nur noch, was mit OMD los ist. Wie kann man ihnen helfen. Und warum sind soviele Elemente so düster und melancholisch während die Melodien so zuckersüß sind.

8. „All Wrapped Up“

Und dann kommt sowas. Der Urlaubs-Limbo-Song.

9. “ White Trash“

Nachdem der Schock der überguten Laune überwunden ist, folgt gleich der nächste Moment der Verwirrung.

I’m going to break 
Every bone in your body 
That perfect little body 
That’s been so close to mine 

Der Anfang hatte mich schon sehr an Depeche Mode erinnert. Dann habe ich einen Blick auf den Text geworfen. Dann fühlte ich mich bestätigt in meiner Assoziation und fragte mich, warum mir noch nie vorher solch angestaute Aggression bei OMD aufgefallen ist. Faszinierend und irgendwie unheimlich.

10. „Talking Loud and Clear“

Der Abschluss dieser Platte ist MEIN Song. Noch nie wurde ein Album so perfekt abgeschlossen. Ein Lied was nach einem perfekten Nachmittag mit wundervollen Menschen auf einer grünen Wiese mitsamt perfektem Sonnenschein klingt, dass muss man erstmal kreieren.

Musik

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