Kick (INXS)

1987 erschienen, schafften INXS mit ihrem 6. Album endlich die Welt entgültig zu erobern. Und einer Band, die solange sich ihr Publikum erspielen musste, gönnt man doch den Erfolg. Hier haben wir wahrlich ein Album vorliegen, was nur aus potenziellen Singles besteht. Ein Meisterwerk.

Dies war einer der wenigen gezielten Plattenkäufe, wo ich wirklich nicht per Zufall auf was gutes gestoßen bin, sondern losgezogen bin, um genau diese eine welche zu erlangen. Somit ist meine Beziehung zu ihr deutlich intensiver. Ich hole sie oft einfach aus dem Regal und stelle sie neben die Anlage, um das Cover angucken zu können. Ich liebe das Artwork und die Fotografien. Das Äußere der Band, die Drapierung, die Blicke, alles passt. Besonders die Mode fasziniert mich, da ich das Gefühl habe, dass sie da was in letzter Zeit wiederholt hat, wenn ich mir die jungen Leute angucke. Wobei ja jetzt alle grenzdebil wie East 17 aussehen mit ihren Mützen.

Fakt ist, dass Jon (Frontseite: mitte) unglaublich toll aussieht. Von Michael (Frontseite: rechts) brauchen wir garnicht erst anfangen. Spätestens, wenn man ihn singen hört ist man verliebt. Meine Lieblingsfotografie ist jedoch Garry Gary Beers (ich liebe seinen Namen) auf der Rückseite. Er ist der zweite von links und es ist wirklich das einzige Foto, wo er perfekt aussieht. Die Schuhe, die Hose, die Ringe. Exzellent. Eine Ikone.

Nun zu der Musik.

1. „Guns in the Sky“

Der Opener schlechthin. Irgendwie brachial, wie der Albumtitel vermuten lässt. Auch hier wird man sofort mit einem Ohrwurm konfrontiert. Desweiteren merkt man, wenn man mit dem Text dasitzt und versucht mitzusingen wieviel Gefühl und Seele Michael Hutchence hineinlegt. Es wird einem bei keinem Song so vorkommen, als würde er es heruntersingen. Immer mit Leidenschaft dabei. Dazu kommen in den folgenden Songs die prägnantesten Gitarrenriffs, die die Popmusik zu Tage brachte. Die Texte und die Arrangements sind so gut ausgearbeitet.

 

2. „New Sensation“

Mein Lieblingssong auf dem Album. Es klingt wie der Beginn einer neuen Ära. Vorallem wenn man es aus vollem Herzen mitbrüllt.  Und ich bin so vernarrt in die Gitarrenklänge. Ein schlichtes „wow“ meinerseits.

3. „Devil Inside“

 Nun zu der verruchten Seite des Michael Hutchence. Dieser Mann kann so unglaublich sinnlich klingen. Und wieder kann man das Riff stundenlang nach dem Hören mitsummen.

4. „Need You Tonight“

Hier wird klar, dass „Devil Inside“ nur das Vorspiel war. Ich denke jeder Mensch kennt diesen Song und ich denke jeder hat ihn schonmal zufällig beim nächtlichen Zappen im Fernsehen bei den Sexy Sport Clips hören müssen.

5. „Mediate“

Ein nahtloser Übergang, der mich anfangs etwas verwirrte. Ich mochte den Song noch nie so richtig, da er mir zu sehr nach Ethno-Entspannungs-Plätschermusik klingt, aber hat natürlich trotzdem seine Daseinsberechtigung.

6. „The Loved One“

Die A-Seite wird mit einer Coverversion abgeschlossen. Ich kannte den Song der Loved Ones vorher nicht und der Refrain erinnerte an Schunkelmusik. Jetzt wo ich mir das Original angehört habe, muss ich sagen dass es der Version geschuldet ist. Das Original ist typischer Sixties-R’n’B und die Interpretation von INXS hat eine Prise mehr Blues und Emotion. Beide Varianten habe gewiss ihre Vorzüge.

 

7. „Wild Life“

Die B-Seite fängt musikalisch da an, wo „The Loved One“ aufhörte. Es klingt gut und geht ins Ohr, ist aber nur Vorbote für die nächsten drei Meisterwerke.

8. „Never Tear Us Apart“

Ich verbinde den Song sowohl mit dem Film „Donnie Darko“ als auch mit einer winterlichen Grundstimmung. Die Synthiestreicher und der Text könnten ansich ziemlich kitschig und triefend wirken, aber ich finde sie überschreiten die Grenzen des guten Geschmacks nur mit dem Saxofonsolo. Ich liebe die Sentimentalität, die dieses Lied für mich ausstrahlt, seitdem ich die Miniserie „INXS: Never Tear Us Apart“ gesehen habe. Ich verbinde es nun mit dem Tod von Michael Hutchence und diesem beachtlichen Zusammenhalt von 6 Menschen, die solange zusammen großartige Musik geschaffen haben und wirklich kontinuierlich, durch das quer durch die Welt touren, die Menschen für sich gewinnen konnten. Diese Liebe und Freundschaft unter so vielen Personen und ohne Wechsel der Bandbesetzung ist rar.

9. „Mystify“

Eigentlich ist „Mystify“ keine Powerballade, aber irgendwie empfand ich ihn immer so. Somit ist für mich die Entscheidung nach „Never Tear Us Apart“ mit etwas ruhigerem weiter zu machen durchaus mutig. Man könnte eventuell davon schnell gelangweilt sein. Wenn an kein Herz hat.  Wahrscheinlich empfinde ich das Lied als balladig, weil beide Songs von der Instrumentierung herausstechen.  Aufgrund des Sounds kann man die restlichen Songs mühelos zuordnen und mit dem Album in Verbindung bringen, doch diese beiden stehen vollkommen für sich allein.

10. „Kick“

Der titelgebende Track lässt nochmal die Aufbruchsstimmung von „New Sensation“ aufleben. Ich kann mich nur wiederholen. Schnappt euch den Text, singt mit und habt auch die Erkenntnis wie besonders die Stimme von Michael Hutchence war. Diese stimmliche Hingabe. Man hat zu jeder Zeit das Gefühl er meint, was er singt. Man kauft ihm alles ab.

11. „Calling All Nations“

Nun zu meinem Problemkind. Ich konnte mit „Calling All Nations“ nie was anfangen. Ich mochte die Melodie nie und ich fand den Klang des Gesangs seltsam. Wer weiß wodurch die die Stimme gejagt haben. Es ist auf jeden Fall nicht mein Fall. Der einzige Song ohne Ohrwurmpotenzial.

12. „Tiny Daggers“

Ein schöner, versöhnlicher Abschluss. Das Lied geht ins Ohr, tut nicht weh und lässt einen mit einem guten Gefühl zurück. Da fallen einem die Schritte zum Plattenspieler, um die Platte nochmal umzudrehen, nicht allzu schwer.

Musik

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