Pretty Hate Machine (Nine Inch Nails)

Nine Inch Nails ist meine Lieblingsband. Sie begleitet mich seit mehr als 6 Jahren, was sich nichtig anhört, aber durchaus eine lange Zeit ist, wenn man bedenkt, dass ich im wunderbaren Jahre 1993 geboren wurde. Angefangen hat diese Liebe sehr oberflächlich. Ich hatte für meine damalige beste Freundin etwas bestellt und erhielt dazu einen Katalog. Darin befand sich ein Bild in das ich mich verliebte. Interessanterweise sieht Trent Reznor auf keinem anderen Bild so aus wie auf diesem. Sehet und staunet:

Was wäre nur aus mir geworden, wenn ein anderes Bild in dem Katalog gewesen wäre und ich nicht sofort mir Songs auf Youtube und Co. angehört hätte…

Nachdem mir wirklich alles worüber ich spontan gestolpert bin gefallen hatte, bin ich natürlich chronologisch vorgegangen.

So wurde 1989 die grandioseste schlechtgelaunte Popplatte der Welt erschaffen, die bestimmt bei sehr vielen Menschen der Soundtrack zum Heranwachsen war. Prädestiniert dafür ist sie wahrlich. Wenn ich meine Hausaufgabenhefte aus den Klassenstufen 8, 9 oder 10 durchforste, befindet sich mindestens einmal pro Woche ein Stück Songtext darin. Vielleicht scanne ich sie noch ein und füge sie hinzu, heute bin ich zu faul dafür. Jedenfalls ist dies für mich ein sehr wichtiges Album, vorallem textlich.

Kommen wir also nun zum Album. Ich persönlich habe keine Ahnung, was mir das Cover sagen soll. Für mich sieht es wahlweise nach einem alten Mikrofon oder Knochen aus.  Fakt ist, dass die Songs für mich im Kopf auch immer in den Farben Lila und Blau gehalten sind. Somit hat das Artwork durchaus seine Berechtigung. Songtexte sind auch abgedruckt, es kann also losgehen mit unserer Mischung aus Pop, Synthie und Industrial.

So können wir alle unsere Vorfreude auf den 15. Mai ausleben, wo Nine Inch Nails in der Zitadelle in Berlin auftreten werden.

 

1. „Head Like A Hole“

Ein ungemeiner Ohrwurm, der sich für die Ewigkeit festsetzt. Eine der wenigen Ausnahmen, wo ich auch die Coverversionen (zum Beispiel Devo oder AFI) mag. Unglaublich tolle Hintergrundsounds, wie ich finde. Eine perfekte Komposition.  Das einzige was für Unmut sorgen könnte, wäre die Stimme von Trent Reznor. Es gibt Menschen, die behaupten, er sei jetzt nicht der optimalste Sänger. Ich konnte sofort etwas mit seiner Stimme anfangen, da er wie kein anderer Hass, Wut, Weltschmerz durch sein Singen, Schreien und Leiden ausdrücken kann.

Head like a hole. 
Black as your soul. 
I’d rather die than give you control. 

2. „Terrible Lie“

Einfach mal seine Wut über die Welt herauslassen und leidenschaftlich mitsingen. So mache ich das immer. Ansich gehörte „Terrible Lie“ nie zu meinen Lieblingssongs, aber die Melodie und Strukturierungen des Textes gefallen mir sehr.

I feel my hatred grow all the more extreme
Hey God, can this world really be as sad as it seems?

3. „Down In It“

Dass Trent Reznor viel Skinny Puppy, Ministry etc. konsumiert haben muss, hört man spätestens hier. Sein Gesang dazu könnte man fast als rappen bezeichnen. Ich weiß nicht ganz warum, aber es ist mein Lieblingssong auf dem Album. Vielleicht liegt es am Text, bei dem man auch davon ausgehen kann, dass Trent Reznor auch viel zu viel Joy Division gehört hat. Vielleicht liegt es an seinem Talent selbst ein simples „Na Na Na“ so hasserfüllt wie möglich zu singen. Man weiß es nicht.

I used to be so big and strong. 
I used to know my right from wrong. 
I used to never be afraid. 
I used to be somebody. 
I used to have something inside. 
Now just this hole it’s open wide. 
Used to want it all. 
I used to be somebody. 
I’ll cross my heart and hope to die. 
But the needle’s already in my eye. 
And all the world’s weight is on my back and I don’t even know why. 

4. „Sanctified“

Eine funky Bassline wird ausgepackt. Irgendwie klingt dadurch das Lied sehr nach dem Erscheinungsjahr. Es erinnert mich auch an Prince. Desweiteren hat natürlich Trents Stimme hier etwas sehr anziehendes. Das steht außer Frage. Vorallem gegen Ende, wenn er aggressiver wird.

5. „Something I Can Never Have“

Durch die ganzen Hintergrundgeräusche hat der Song für mich die gleiche Atmosphäre wie „Somebody“ von Depeche Mode. So grundehrlich und authentisch, trotz einem sehr emotionalen, pathetischen Text. Wobei der Song auch aufgrund der Verwendung in „Natural Born Killers“ für mich aus dem Konzept des Albums fällt. Durch die nicht vorhandenen New-Wave- und Synthieklänge sowieso.

Grey would be the color if I had a heart

6. „Kinda I Want To“

Auch dieser Song hat absolut einen durchaus sexuelle Stimmung, auch wenn ich irgendwo gelesen habe, dass Trent über seine Crackpfeife singt. Oder war es bei „Sanctified“…mhmmm…ich muss wohl wieder meine Nine-Inch-Nails-Biografien herauskramen.

7. „Sin“

Trotz des sehr eingängigen Refrains, muss ich gestehen, dass ich das erste Mal, wo ich sein stimmliches auf und ab gehört habe, erstmal lachen musste.  Der instrumentale Part ist fantastisch.

8.“ That’s What I Get“

Auch hier musste ich erst mal lachen, als nach dem verheißungsvollen Ausruf „But that’s what I get“ kein explosives Industrialfeuerwerk losging, sondern nur minimales Gebimmel. Auch dieser Song eignet sich sehr gut zum mitleiden. Wobei mich ab 2:39 dieses eine Geräusch in den Wahnsinn treibt. Es klingt wie klackernde Reißverschlüsse.

9. „The Only Time“

Lay my hands on Heaven and the sun and the moon and the stars. 
While the devil wants to fuck me in the back of his car. 

Was fühlte ich mich evil, als ich das mitgesungen hab, als ich noch jung war. Ich bilde mir immer ein, dass das der letzte Song ist. Würde auch passen. Ich meine, sein Gestöhne bei 1:19 kann nicht überboten werden.

10. „Ringfinger“

Eine der besten Melodien, eine sehr interessant klingende Gitarre und ein mystischer, eigenartiger Refrain. damit beendet Trent Reznor sein Debütalbum, dass das Leben eines jungen Erwachsenen mitsamt aller enttäuschten Erwartungen ganz gut zusammenfasst. Das ist allerdings nur der Vorgeschmack auf die nächsten drei Meisterwerke, die folgten.

Musik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: