Freundschaft aka Hilfe erbitten Part 2

Eine Woche ist nun um und wie man sieht, wurde sie sehr kompetent gefüllt.

psychiatriersatz

Ich muss gestehen, dass ich mir manchmal schon meinen Freiraum und meine individuelle, spontane Tagesplanung herbeigesehnt habe, aber dafür war es eine Woche der Erkenntnisse und der rationalen Sicht auf meine emotionale Lage.

Und es war vorallem die Woche der Theorien und Mutmaßungen. Weniger der Problemlösung, aber trotzdem verbunden mit einem befreienden, optimistischeren Gefühl.

Viele Impulse und Gedanken zog ich aus den verschiedenen Reaktionen von Freunden. Von manchen  fühlte ich mich nicht verstanden, von anderen bestätigt oder von ganz anderen ignoriert. Fakt ist, dass ich akzeptieren muss, dass auch Dinge bei denen ich mich schlecht behandelt oder im Recht fühle nicht allgemeingültig sind, sondern aus einem anderen Blickwinkel vielleicht zu einem anderen Ergebnis führen.

Und dann kam ich auf den Begriff von Freundschaft. Gibt es eine allgemeingültige Definition? Gibt es verschiedene Arten? Kann man zwischen verschiedenen Nuancen beliebig wechseln? Wer entscheidet darüber was für eine oder ob es eine Freundschaft ist? Beide? Einer? Wer entscheidet über den Stellenwert, der Verpflichtungen und Vorzüge einer Freundschaft? Und gibt es da Regeln, die einzuhalten sind?

Natürlich ist es absolute Auslegungssache eines jeden einzelnen. Jedoch denke ich, dass es gewisse Leitlinien gibt, die eigentlich bei jedem selbstverständlich sein sollten, auch wenn sie vielleicht seit der Kindheit durch das böse Disney und Co. geprägt wurden und vielleicht doch zu überambitioniert sind. Man weiß es nicht.

Ich denke, es gibt soviele verschiedene Arten von Beziehungen. Mit manchen Freundschaften kann man gut philosophieren, mit anderen die bunte Knete im Kopp ausleben und wiederum andere eignen sich perfekt für das Verreisen oder Konzerte. Mit manchen teilt man den Humor, mit manchen ein Interessengebiet, mit manchen gar nichts und trotzdem hat man meistens eine schöne Zeit zusammen oder halt nicht. Und dann hat man immer die Wahl es bleiben zu lassen. Doch je enger die Freundschaft ist, desto mehr Komplikationen entstehen meist. Jedenfalls bei mir. Und dies führt zum Gedanken der Woche.

Das Konstrukt der besten Freunde, der Bromance, wurde von mir gedanklich von vorne bis hinten beackert.  Eine Beziehung, die ich schon immer pflegte und bisher immer erschreckend gleich verlaufen ist, was mir nie so bewusst war. Eine Bromance ist mir bisher zweimal im Leben passiert. Es ist ganz eigenartig. Man sieht sich, kommt ins Gespräch und ist vorallem vom Humor her auf selber Wellenlänge und wie man sich versieht sind 2 Jahre bekloppster Ideen und gegenseitiger seelischer Infiltrierung vergangen.  Man hat irgendwie eine Miniaturausgabe des anderen ständig vor dem inneren Auge, die alles kommentiert. In geschriebener Form sieht das so unglaublich kitschig aus. Als würde ich von einer romantischen Beziehung sprechen. Jedenfalls beinhaltet für mich die Beziehung einer besten Freundschaft auch eine primäre Verpflichtung. Wenn ich für jemanden versuche, den Alltag zu erleichtern oder für diese Person so ziemlich alles mache, nur um zu beweisen, dass die Person mir am wichtigsten ist, dann wäre es natürlich optimal wenn ich mir sicher sein kann, dass meine Bromance auch für mich da ist, wenn ich sie brauche. Und ich frage mich immernoch, ob ich zu viel erwarte oder zuviel in eine triviale Beziehung hineininterpretiere. Ich weiß nur, dass auch dieses Mal alles insich zusammengefallen ist, nachdem der Alltag durch die Schule weggefallen ist. Dann werden die grundlegenden Probleme einfach unübersehbar und einem wird klar, dass man dies und die Person ansich nicht ändern kann und eigentlich auch nicht will. Man jedoch das Verhalten gegenüber einem selbst verändern will, der andere dies aber nicht kann oder will. So hatte ich schon immer das Problem, dass ich hohe Erwartungen an Menschen in meiner Umgebung habe, diese aber, je mehr mir die Person bedeutet, enttäuscht werden und ich mich ungeliebt durch ihren fehlenden Ausdruck von Emotionen fühle. Wobei ich mir als Bromance genau eben diesen von mir sehr gegensätzlichen Menschenschlag anlache. Und ich vermute,  unbewusst diese zur wichtigsten Beziehung zu küren entspricht einem Verhaltensmuster. Es ist anstrengend, meist sehr verletzend und einseitig. Und das passt doch wie die Faust aufs Auge. Ich war bisher nur unglücklich verliebt und anscheinend will die selbstdestruktive Seite von mir dies auch längerfristig sicherstellen. Und diesen fast schon konservativen und sehr klischeehaft weiblichen Wesenszug habe ich vorher nie so bemerkt. Vielleicht bin ich ja doch ein verkappter Monogamist auf der Suche nach der Liebe und hab dies auf eine Freundschaft projiziert. Vielleicht suche ich mir mit vollem Bewusstsein eine beste Freundin, mit der ich mir selber schaden kann. Ich finde das sind wahnsinnig spannende Thesen. Ich habe beschlossen von nun an meinem Drang nicht mehr nachzugeben, nicht doch wieder als erstes einen Kontakt herzustellen. Kein hinterherkriechen für einen Funken Aufmerksamkeit mehr. Es tut zwar unglaublich weh, wenn der andere nicht für den Erhalt einer solchen Beziehung kämpft, keinerlei Verantwortungsgefühl oder Eigeninnitiative zeigt, aber…

Mir fällt keine schöne, faire, rationale „Aber“-Abrundung ein.

Es ist nicht akzeptabel, wenn mir Leute mit denen ich nicht viel zu tun habe empathische, herzliche Mails schreiben und sich für mein Wohlbefinden interessieren und sich die Person, die mir am wichtigsten ist absetzt und beschliesst dies zu einer Aktivitäten-Freundschaft zu degradieren, nur um sich endgültig aus der Verantwortung zu ziehen, wegzurennen und ohne einen Versuch aufgibt und meine eher hoffnungsfrohe Natura (gefangen im Körper eines Melancholikers) ruiniert. Punkt.

Um mich mal selbst zu zitieren und diesen letzten Akt der Selbstdarstellung zu beenden, um sich wieder auf vernünftige Themen zu fokussieren:

Ich sollte mir anstatt einer Bromance vielleicht doch lieber eine Romance suchen.

Da hat man wenigstens Sex.

Auf dass ich weiterhin kompetente Freunde habe und finde, die mir meine Woche ohne mit der Wimper zu zucken füllen. Scheiß auf Seelenverwandte, Bromances etc.

Und ja, ich hatte starke Schwierigkeiten meine Gedanken bezüglich des Themas zu ordnen und kompetent zu schreiben. Eigentlich sollte alles in eine weniger wirre Richtung gehen. Tut es aber nicht. Seit Tagen versuche ich es zu formulieren, aber es funktioniert nicht. Es fließt nicht  Hiermit gelobe ich für die nächsten Beiträge Besserung.

Und natürlich muss ich auch beim Part 2 Bezug nehmen auf meinen derzeitigen Lebensinhalt:

All of that thick time without you
Has made me so thick and drunk
„and it’s ok to laugh about it“
I said, „it’s ok to laugh about it“

Runnin‘ twice as fast to stay in the same place
Don’t catch my breath until the end of the day
And I’d rather be sot in the face
Than hear what you’re going to say

One day the wind will come up
And you’ll come up empty again
And who’ll be laughing then?
You’ll come up empty again

No reason no explanation so play the violins

It’s always funny until someone gets hurt
And then it’s just hilarious!

You beat me every time you blink
if only I did not have to think
Think about you crackin‘ a smile
Think about you all the while

On the ricochet it’s going to hit you
It’s always funny until someone gets hurt
You can laugh at me when it misses you

 

Erkenntnisse bis Erleuchtungen

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