Ausstellung: David Bowie

Ich habe heute die Vorzüge des Abiturientendaseins genutzt und war kurz  vor 11 Uhr in der nicht vorhandenen Warteschlange für die Ausstellung „David Bowie“ über David Bowie im Martin-Gropius-Bau. An einem Montag um diese Zeit ist man wahrscheinlich der einzige Nichttourist oder Nichtrentner, aber dafür hielt sich die Menschenfülle in den verschiedenen Räumen im Akzeptanzrahmen. So vergingen entspannt über drei Stunden im Flug und ich kann mich jetzt als glücklichen Besitzer eines „Aladdin Sane“-Plektrums und einer Postkarte mit meiner liebsten Fotografie des Herrn Bowie (siehe unten) bezeichnen.

Nun zur Ausstellung.

Ich habe jede Minute darin genossen und jeden kreativen Einfluss versucht in mich aufzunehmen und zu verarbeiten. Mit eher klassischen Ausstellungen, wo man sich Kunstobjekte anschauen kann und daneben ein Text hängt habe ich meist so meine Schwierigkeiten, da ich es oft ermüdend oder gar langweilig  finde. Kunst muss doch lebendig sein und irgendwas in mir auslösen. Oftmals habe ich auch das Gefühl, dass sich niemand Gedanken gemacht hat WIE etwas ausgestellt wird. Man könnte dies so spannend gestalten.

Und hier wurde dies endlich umgesetzt.

So bekommt jeder Besucher einen Audio Guide (mir ist leider keine schöne deutsche Bezeichnung eingefallen), der übrigens Pflicht ist, um dann die wunderbare Welt des David Jones zu erkunden. Ich hatte zuerst Bedenken, weil ich fürchtete über die Kopfhörer dröge, redundante Massen an Informationen zu erhalten, die von einem möglichst gelangweilten Sprecher ohne Pausen an mein Ohr dringen. Das erste was ich hörte war der gute David, wie er gesteht oftmals Bücher in der Öffentlichkeit las oder gut sichtbar bei sich trug, die seinen kognitiven Horizont eher in dem Alter eher strapazierten, nur um von anderen Menschen für intellektuell gehalten zu werden. Oder dass er zwar aus Prinzip Jazzplatten kaufte, es sich aber erst antrainieren musste, sie tatsächlich zu mögen. Somit fühlte ich mich gut aufgehoben und war frei von allen Bedenken.  Ich ließ mich durch die Räume führen und jedes einzelne Ausstellungsstück und dessen Herkunft ist kleinste erzählt zu bekommen. Nein, ich entdeckte Skizzen, Kleidungsstücke, Briefe etc. selbst. Diese Eindrücke wurden an gewissen Punkten der Räume durch Interviews, Videocollagen, Filmsequenzen und der Musik an sich mit Leben erfüllt. Ich vermute mal, ich war die Einzige, die ihren Audio Guide auf Anschlag aufgedreht hat und sich manchmal einfach systematisch in einem Raum so hingestellt hat, dass der jeweilige Song sehr laut genossen werden konnte, aber es auch möglich war die weiteren Ausstellungsobjekte zu begutachten. Und ich habe wirklich alle visuellen Spielereien von Anfang bis Ende betrachtet. Ob nun die verschiedenen Gucklöcher, einer Musikclipwand oder einem großartig gestalteten Raum mit Livesequenzen. Alle Wände dienten als Leinwände und ich saß dort bestimmt eine halbe Stunde. Einige Stücke liefen im Raum laut, andere liefen über die Kopfhörer. Das Personal schien davon genervt.  Doofe Jungspunde ohne Geschmack.

Interessant waren auch die Gemälde von Bowie aus seiner Zeit in Berlin. Ich konnte von weitem erkennen, dass er auf dem einen Iggy Pop porträtierte, was mich natürlich ungemein freute. Wahrlich eine faszinierende Bindung beider und Atmosphäre generell, die ich gerne miterlebt hätte.

Was mich natürlich auch gefreut hat, war eine Wand auf der verschiedene Fotografien gezeigt wurden, die den Einfluss Bowies auf die Popkultur und die Gegenwart zeigen sollte. Neben verschiedenen Filmcharakteren, Modefotografien und Musikern war auch ein Bild von Noel Fielding dabei. Ein Bild von einem Liveauftritt mitsamt einem Adam-Ant-Gedächtnisstreifen quer über das Gesicht (was jetzt jedem, der auf meiner „Über“-Seite war oder mich persönlich kennt, bekannt vorkommen muss).

Detaillierter möchte ich nicht über die Ausstellung schreiben, denn ihr sollt es euch selbst anschauen. Ich kann nur sagen, dass es keine Faktenausstellung zu David Jones ist und auch nicht recht eine Retrospektive seiner Machenschaften. Es ist mehr eine Zelebrierung des Bowieversums. Ein Platz der Zurschaustellung aller Alter Egos und Auslebungen seiner erschaffenen Persönlichkeiten und deren Einflüsse. Die Facetten der Persönlichkeit eines Individuums. Eines sehr kreativen Individuums.

Hier die offizielle Seite, wo man auch Onlinetickets käuflich erwerben kann: http://www.davidbowie-berlin.de 

 

Friedl On Tour

6 Comments Hinterlasse einen Kommentar

    • Ich kann es nur empfehlen. Das letzte Mal war ich so begeistern im Beatlesmuseum in Halle. Und das ist schon ein Weilchen her.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: