Mixtape: Good Vibrations

In den letzten drögen, grauen Tagen hatte ich unerklärliche Erscheinungen von Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit. Der Kopf hing schwer, Gedankengänge waren zäh. Ein ähnliches Gefühl wie bei Fieber. Ich hasse dieses Kopfschmerzwetter. Deswegen folgt nun ein Potpourri der guten Laune.

1. Yeasayer – Wait For The Summer

Diesmal war ich ein echter Rebell und setzte einen typischen Abschlusssong an den Anfang. Er drängt sich nicht auf, sondern umgarnt langsam. Ein perfekter Song um in der Sonne mehr oder weniger psychedelisch sein Dasein zu fristen.

2. Fine Young Cannibals – Good Thing

Der Prototyp eines Gute-Laune-Songs. Die Melodie brennt sich ein, man kann dazu klatschen oder auf Gegenständen bei den passenden Passagen herumhämmern. Ein weniger euphorisches Empfinden ist bedenklich.

3. Captain Jack – Captain Jack

Ich kann verstehen, wenn dies zu Aggressionen führt. Mein Sinn für Trash und das Verlangen ein verdutztes Gesicht zu sehen, führen zwangsläufig zu eigenwilligen Entscheidungen bezüglich der Tracklist. Als Kind hab ich ein ganzes Album von Captain Jack auf Kassette gehabt. Das habe ich mit Vorliebe zur Weihnachtszeit mit in die Schule genommen. Trotzdem ist aus mir ein freiheitsliebener Pazifist geworden.

4. The B-52’s – Loveshack

Ich liebe diese Band. Die einzige Formation, die ich als Partyband bezeichnen würde und dies nicht negativ meine. Da muss jeder Tanzatheist mindestens mit einem Fuß wippen. 

5. Matchbox Twenty – How Far We’ve Come

Zurück zu langweiligen Kuschel-Ekel-Coldplay-Nickelback-Bands bei denen man sich fragt, wie jemand diese ernsthaft mögen kann. Doch manchmal braucht man auch Fast Food für die Ohren.

6. Puhdys – Geh zu ihr

http://www.myvideo.de/watch/7124560/Puhdys_Geh_zu_ihr_1973

Diese Geboinge im Hintergrund stimmt mich ungemein glücklich. Und ich finde den Text sehr lustig. Es sollte trotzdem angemerkt werden, dass „Halt sie fest und lass deinen Drachen steigen“ eine der besten Umschreibungen für sexuellen Kontakt in der Geschichte der deutschen Musik ist.

7. ABBA – I Am The Tiger

Die beste Popmusik der Welt. Ausgefeilt, markant und dank Agneta und Anni-Frid pure Magie. Nebenbei mein Lieblingslied von ABBA.

8. Beach Boys – I Get Around

Auch diese Herren dürfen nicht fehlen. Es ist immer wieder faszinierend wie beschwingt und leicht Musik wirken kann, wenn sie doch dem eher schwierigem Gemüt des Brian Wilson entspringt. 

9. Eric Carmen – Hungry Eyes

Mein Vater und seine Vorliebe für romantische Filme sind schuld daran, dass ich immer Patrick Swayze nach dem Rhythmus zählen höre. Der Song klingt so wunderbar nach den Untiefen des 80er-Saxofon-Kitschs, was einfach wunderbar befremdlich ist, wenn der Film „Dirty Dancing“ doch in den 60ern spielt.  Warum so viele weibliche Wesen sich wahnsinnig feministisch fühlen, wenn sie diesen B-Movie ablehnen, weiß ich nicht.  

10.  Jason Derulo – In My Head

Die ganzen R’n’B-Barden dieser Welt langweilen mich ja tendenziell zu Tode. Doch hier handelt sich um einen wunderbaren Ohrwurm, den man schon nach einmaligen Hören mitsingen kann. Der Text ist dazu grenzwertig bis hirnlos, aber Jason findet bestimmt jemanden, der ihn diese Kunst lehren kann. 

11. Mike & The Mechanics – All I Need Is A Miracle

20 Jahre meines Lebens fand ich dieses Lied echt doof und langweilig. Durch die Dauerberieselung dank Spreeradio konnte ich mich dem wunderbaren Refrain nicht mehr verwehren. 

12.  Kate Nash – Pumpkin Soup

Ein Lied wie eine Farbexplosion. Bunt und frühlingshaft. Ich mag Kate Nashs Texte immer sehr. Dazu eine nette Melodie. Was möchte man mehr. Mein Cousin meinte mal, dass Kate Nash auf dem Bild aussieht wie ich. Da war ich hocherfreut.  Ich bin aber auch hocherfreut, wenn gesagt wird, ich sehe aus wie der Sänger von Kasabian von hinten. Bis heute das schönste Kompliment was mir gemacht wurde.

13.  Bodies Without Organs – Sunshine In The Rain

Ein Mitbringsel aus Schweden. Dort lief das Lied ständig im Radio. Damals als wir noch jung waren. 

14. Harry Belafonte – Jump In The Line

http://www.mojvideo.com/video-harry-belafonte-jump-in-the-line/844c68082181ff6c9c61

Natürlich verbinde ich das Lied mit meinem Lieblingsfilm von Tim Burton. Beetlejuice! Beetlejuice! Beetlejuice!

15.  Mr. Mister – Kyrie

Dieser Song steht seit Ewigkeiten auf meiner Karaoke-To-Do-Liste. Doch irgendwie muss das gut performt werden. Ich brauche Trockeneis und muss betrunken sein. Oder so.

16. Razorlight – Before I Fall To Pieces

Ach, mein Puderkönig. Markus Kavka meinte zu Zeiten MTVs mal, dass Johnny Borrell nur mit bestimmtem Puder auf die Bühne geht. Deswegen kann ich die Band schon nicht ernstnehmen. Wobei von der Originalbesetzung eh keiner mehr da ist, der es mir übelnehmen würde. Das meiste Indiegeklimper langweilt, doch Razorlight haben drei, vier nette Ohrwürmer in die Welt gesetzt. Und ich persönlich mag Johnny Borrells Stimme sehr gerne, da sie durchaus speziell ist.

17. Puffy Ami Yumi & Tokyo Ska Paradise Orchestra – Hazumu Rizumu

Bei dem Thema ist ein bisschen Ska natürlich Pflicht. 

18. Michael Holm – Barfuß im Regen

Für meine Verhältnisse ist der Mix sehr deutschlastig. Wie ungewohnt. Ich muss ja gestehen, dass ja gut instrumentierter Schlager was hat. Okay, diese Kleidung und Frisuren erhöhen die Wahrscheinlichkeit auf Begeisterung meinerseits zu stoßen. Ich gucke ja auch ab und zu „Disco“ bei ZDFkultur. Ja, zu erheblichen Prozent, weil  ich Ilja Richter heiß finde. So, jetzt ist es raus.

19.  Snow – Informer

Die ersten drei Zeilen bekomme ich noch hin. Dann fühle ich mich cool und ernte Ruhm und enorme street credibility von meiner Umgebung.

20.  Weezer – Island In The Sun

So richtig habe ich nie zu Weezer gefunden. „Buddy Holly“ ist toll, aber ansich machen meistens die Videos den Reiz aus. Auch hier würde sich niemand für den eintönigen Song interessieren, wäre da nicht diese zuckersüße Bebilderung. 

21.  REM – Shiny Happy People

Da schleicht sich heimlich die nette Dame von den B-52’s ein und singt einfach mit. Und es ist fast nicht auszuhalten, so sehr scheint mir die Sonne aus dem Hintern.

22. Violent Femmes – Blister In The Sun

Alle guten Dinge enden mit Masturbation. So auch dieses Mixtape. Eigentlich bin ich über so viele Lieder mit (angeblichen) Masturbationskontext gestoßen, dass ich dazu mal ein Mixtape machen sollte. Egal. Hauptsache alle sind jetzt wild am mitsingen und klatschen und freuen sich. Dann war meine Mission wieder erfolgreich.

 

Mixtapes

8 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Interessante Zusammenstellung. Ich habe auch erst kürzlich ein Mixtape rausgebracht, aber eben eins auf dem ich selbst der Interpret bin. Kannst ja mal vorbeischauen 🙂

  2. Nee…ich finde, Kate Nash sieht irgendwie gar nicht aus wie du, außer die Frisur vielleicht. Ich bleibe ja nach wie vor bei Ziggy Stardust/David Bowie in jung. Den Mix hast du übrigens gut hinbekommen, habe bei fast jedem Lied mitgewippt, hin- und hergeschaukelt oder meine Oberschenkel rhythmisch malträtiert.

    • Ich glaube, die Bemerkung bezog ich auch eher auf meine damalige Frisur etc.

      Du weißt, damit kann ich sehr gut leben. Schon allein deswegen müsste ich mich mal prügeln. Dann hätte ich auch zwei verschiedene Augenfarben.^^

      Das freut mich. Ich denke, als nächstes folgt der Heulmix.

      • Okay, ich lege schon mal die sad tissues bereit. Und du solltest dann bloß aufpassen, dass du dir auch das richtige Auge kaputt hauen lässt. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: