Buch: Role Models

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Dieses Buch habe ich mir zu Weihnachten gewünscht und bekommen. Ich wollte unbedingt etwas von John Waters lesen, da ich ein großer Fan von den Filmen „Cry-baby“ und „Hairspray (Original, nicht Musicalverfilmung)“ bin und ich, ohne außerhalb von DVD-Bonusmaterial je ein Interview mit ihm gesehen zu haben, ihn und sein Kleidungsstil sehr sympathisch finde.

Da er mehrere Publikationen vorweisen kann, habe ich das Buch mit dem ansprechendsten Cover für den Wunschzettel gewählt. Und ich wurde nicht enttäuscht.

John Waters schreibt locker, flockig und höchst unterhaltsam. Man lacht, man lotet Konventionen und Normen aus und denkt über die eigene Moral nach. Inhaltlich handelt John Waters nämlich seine Vorbilder ab, wie der Titel eigentlich auch vermuten lässt. Diese Idole entsprechen zumeist nicht den gängigen Vorstellungen, was ungemein erfrischend und ehrlich ist.

So finden sich nicht nur seine Gefühle und Erfahrungen bezüglich Menschen wie Little Richard oder Johnny Mathis darunter, sondern auch wunderschöne Schilderungen zu Leslie Van Houten, die 1969 als Teil der Manson Family am Mord des Ehepaares LaBianca beteiligt war und seitdem inhaftiert ist. Oder zu dem Undergroundpornograph Bobby Garcia, der nur heterosexuelle Marines bei sexuellen Aktivitäten in Szene setzte. Oder lesbische Stripper und deren Kinder. Oder seinem Lieblingsmodedesigner. Oder…

Wirklich jedes Kapitel ist gut und man bekommt Geschichten präsentiert, die drehbuchreif sind. Der eigene Alltag wirkt dagegen unglaublich blass.

 Und was habe ich neben guter Unterhaltung mitgenommen?

Egal wie eigenartig und verschroben man ist und wie schämungswürdig die Gesellschaft dein Verhalten, Einstellung oder Neigung hält, es ist trivial. Lerne mit deinen Neurosen gut zu leben und probiere alles aus. Befreie dich von der Vorstellung, dass du ein guter, moralischer und perfekter Mensch sein musst. Das macht doch auch keinen Spaß. 

Und dafür liebe ich ihn. 

Also lebet eure Perversionen aus, liebe Gemeinde! Außer Nekrophilie, die hebt man sich bis zum Schluss auf, hat John Waters mir jedenfalls nahe gelegt. Beim lesen der Seite war ich sehr amüsiert und habe mir viele interessante Gesprächsrunden vorgestellt, wo man damit sicherlich das Eis brechen kann.

Außerdem musste ich sehr lachen, dass ich nach einem lustigen Gespräch mit einer Freundin und den dazugehörigen Eltern, ein absolut passendes Interview mit John Waters gesehen habe. Ihre Eltern äußerten sich sehr bedenklich in Bezug auf unser Vorhaben einfach ohne Agenda loszutrampen, um einen Hauch von Abenteuer zu erleben. Sogar der Nebentisch stieg in die Konversation mit ein, leider nicht zu unseren Gunsten. Es gäbe zuviele Perverse in der Welt. Ein Argument was keinerlei Wirkung auf mich zeigt. Vorallem, wenn es heißt „Als Frau muss man da ja aufpassen.“ Durchaus, aber ich sehe es nicht ein mich einzuschränken zu lassen, nur weil ich zufällig weiblich ist. Und wenn John Waters im hohen Alter allein durch Amerika trampen kann und noch lebt und unbeschadet ist, dann kann ich das auch. 

Hier, das erwähnte Interview bei meinem heiligen Craig Ferguson: 

Hier, unsere Hymne: 

Hier, bitte das Buch käuflich erwerben: http://www.amazon.de/Role-Models-John-Waters-ebook/dp/B003MC5IFK/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1404328240&sr=8-3&keywords=role+models

 

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