Horrorctober, die zweite: Stephen Kings Haus der Verdammnis

Heute bzw. gestern habe ich mich meinem allerersten Horrorerlebnis gestellt. Die Erinnerungen waren verschwommen, vorallem was die Laufzeit des Werkes angeht. Vor über 10 Jahren habe ich den Fernsehfilm (der offiziell eine Miniserie ist) auf RTL 2 gesehen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube er wurde in zwei Teile geteilt, so dass ich mich für zwei Abende unter der Decke verkrochen habe. 

Somit habe ich den Pflichtbesuch bei Steffen König für diesen Horroctober absolviert. Dieser hat übrigens einen sehr feinen Gastauftritt in diesem 245-Minuten-Machwerk.

Auch das Drehbuch hat der Herr König selbst verfasst, was auch die Komplexität und Fülle an Informationen erklärt, was durchaus nicht negativ gemeint ist. 

So steht im Zentrum des Geschehens das Anwesen „Rose Red“, welches im Jahre 2001 von der Dozentin für Parapsychologie Joyce Reardon begutachtet wird. Sie möchte mithilfe von 5 Personen mit übersinnlichem Hintergrund einen wissenschaftlichen Beweis erbringen, um ihren belächelten Forschungszweig und sich selbst Anerkennung zu verschaffen. 

 Desweiteren wird einem auch die Geschichte der Familie Rimbauer vermittelt, von den Anfangstagen im Jahre 1906 mitsamt allen Eigenarten bezüglich des Anwesens. 

Leider muss ich sagen, dass die Spezialeffekte nicht gut gealtert sind. Das minderte an manchen Stellen leider mein Gruselempfinden und auch die Auflösung weshalb das Haus Männer und Frauen anders behandelt, wirkte auf mich nicht mehr ganz so überraschend. Auch war mir nicht bewusst, wie langgezogen manche Parts waren. So dauert es fast 1 1/2 Stunden bis wir zusammen mit der Forschungsgruppe überhaupt im Anwesen sind. So wirkt es doch manchmal recht zäh. 

Was dafür aber bleibt ist ein Skript, welches sich Zeit für die Charaktere nimmt. Auch die Besetzung macht ihre Sache sehr gut und man entwickelt schnell eine Bindung zu der Gruppe. Auf dem oberen Bild seht ihr übrigens mein Lieblingscharakter. Der gute Emery, der eine enge Beziehung zu seiner Mutter hat, ist eigentlich nicht gerade nett zu seinen Mitstreitern, bringt aber ein wenig Humor in die Geschichte. Manchmal ist er wegen seiner Begabung doch eher zu bemitleiden.

Emery: „Save your warnings for someone who’s not broke.“

Desweiteren ist die Architektur und Ausstattung des Anwesens sehr schön anzusehen und trägt auch unheimlich zur Atmosphäre bei. Ob nun ein spiegelnder Boden, eine in der Wand versteckte Miniaturausgabe von „Rose Red“ oder ein Zimmer, das wahrlich auf den Kopf gestellt ist. Alles trägt zu der Annahme bei, dass dieses Haus von Beginn des Aufbaus an ein Eigenleben besaß und von Anfang an böse war. 

Ein klassisches Motiv und Thema eines Stephen Kings also, was Potenzial hat, aber von der Laufzeit gerne um eine Stunde gekürzt werden könnte. 

Ich möchte zum Schluss noch anmerken, dass das seit meinem damaligen Fernseherlebnis mein absolutes Horrorszenario ist: 

2

                                                                                                       

 

 

 

 

 

Die Vorstellung aus Vorsicht durch ein riesiges Haus mit einem Seil zu gehen und dann auf dem Rückweg plötzlich damit konfrontiert zu werden, dass das Seil durch eine Wand geht, die auf dem Hinweg noch nicht vorhanden war, erzeugt bei mir pure Panik. Wobei mir die Szene als viel viel dramatischer in Erinnerung war. 

Ich denke ich werde niemals in einer Behausung wohnen, die mehr als 3 Zimmer hat und ich hoffe ich bleibe vor untoten, singenden Mädchen mit verkümmertem Arm mein Leben lang verschont. 

Wovon ich jedoch nicht verschont bleibe sind die angsterfüllten Rufe einer übergewichten, kaufsüchtigen Mutter, die alle Jahre wieder plötzlich mein Hirn besucht und brüllt: „EMERY! EMEEEEEEEEERRRYYYYYY!“

Horrorctober

3 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Nicht nur einer meiner Lieblings-Horrorfilme, sondern auch der mit meinem Lieblings-Cameo. Aber ich kann mich an die scheinbar echt geniale Szenen mit dem Faden nicht erinnern. Mh … da muss ich wohl den Film nochmal schauen!? … schon wieder gruseln und mich den ganzen abend nervös umschauen. Hach je.

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