Horrorctober, die achte: American Werewolf

Ich habe Vampire schon immer diesen haarigen Wesen vorgezogen, weswegen ich bis heute Werwolf-Filme eher stiefmütterlich behandle. „Wolfman“ hatte ich nur wegen Benicio del Toro im Kino gesehen und hatte ehrlich gesagt nicht zu deren Beliebtheit beigetragen. So brauchte es einen nebligen, verregneten Tag an dem ich erkältungsbedingt mit Tee und kuschliger Decke vor dem Fernseher saß, um das Potenzial dieser Kreaturen zu erkennen. Irgendwo zwischen Komik und Tragik.

Man begleitet zwei nette amerikanische Jungspunde durch England, erlebt einen herrlichen Zusammenprall von Kulturen, sieht kurz Frank Oz und die Muppets und darf einem herrlich unkonservativem Film beiwohnen. So darf sich hier nicht nur das weibliche Geschlecht entkleiden (Gerechtigkeit!) und wichtige Diskussionen werden grundsätzlich im Pornokino geführt. So muss das doch sein. 

„Queen Elisabeth is a man!“

Verfeinert mit einem wunderbaren Soundtrack und einem lockeren Humor schafft der Film es trotzdem eine neblige, atmosphärische Grundstimmung beizubehalten und durchgängig zu unterhalten. Erst nach fast einer Stunde bekommt man die berühmte Verwandlungssequenz geboten, die bis heute beweist, dass handgemachte Spezialeffekte mit Charme altern, aber niemals an Faszination verlieren. Die wunderbaren Traumsequenzen, die lebenden Toten, all die kreativen Impulse des Films wären nur halb so gut ohne die Arbeit DES Maskenbildners Rick Baker, aber das wissen wir ja alle bereits. 

Und am Ende schafft „American Werewolf“, trotz humoristischer Inszenieruung, es auch noch mich melancholisch zu stimmen. Was will man mehr.

„A naked American stole my balloon.“

 

 

Horrorctober

7 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Die große Verwandlung in den Werwolf ist tricktechnisch auch heute noch state of the art. Ich entsinne mich dunkel, dass der Hauptdarsteller David Naughton seinerzeit 1982 in irgendeiner deutschen Fernsehshow zu Gast war, um den Film zu promoten. Zu Beginn sah man nur sein linkes oder rechtes Profil. Dann drehte er sich und die Zuschauer konnten das mit Theatermaske verunstaltete andere Profil sehen.

    WOLFMAN mit Benicio del Toro hat mir gut gefallen, auch wenn der allgemein nicht so gut wegkommt. Das Original mit Lon Chaney Jr. und Claude Rains ist natürlich klasse. DER FLUCH VON SINIESTRO harrt noch der Sichtung, hab‘ mir kürzlich erst das Blu-ray-Mediabook gegönnt. THE HOWLING ist ebenfalls überaus sehenswert. Jüngst gab’s mit WER (https://dienachtderlebendentexte.wordpress.com/2014/10/16/wer-das-biest-in-dir/) und der Komödie WOLFCOP (https://dienachtderlebendentexte.wordpress.com/2014/11/15/wolfcop/) sogar mal wieder empfehlenswerten Werwolf-Nachschub (Rezensionen allerdings von meinen Gastautoren).

    Und wer Lesestoff braucht: DER MR. HYDE EFFFEKT und DAS MR. HYDE ERBE (die Fortsetzung) von Steve Vance sind zwei großartige Werwolf-Romane, erschienen im tollen Festa Verlag.

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