Mixtape: Coversongs

Dieses Mal widme ich mich den Menschen, die zu faul sind ein eigenes Stück Musik zu kreieren oder einfach ihre Wertschätzung gegenüber des Originalinterpreten ausdrücken möchten. Ich liebe es mich mit Coverversionen zu beschäftigen und kann bis heute nicht genau sagen, wie das Erfolgsrezept für eine gute Interpretation aussieht. Manchmal mag ich ungewöhnliche, manchmal sogar simple Neuvertonungen. Fakt ist, dass ich noch einen Ordner mit 239 anderen Coversongs habe und ich diesmal meine Regel brechen werde und sie euch alle von Zeit zu Zeit zu Gemüte führen werde.

Doch hier jetzt erst mal die Perlen. Die, die es auf einen Tonträger geschafft haben. Und zum Abschluss eine Frage, die mich seit einiger Zeit beschäftigt: Nerven euch diese ätzenden, langsamen, meist von Frauen gesungenen Coverversionen feiner Songs in Trailern auch so? Ich hasse das. 

1. Karen O – Immigrant Song

Ich kann mich an den restlichen Film und Soundtrack kaum mehr erinnern, aber diese Eröffnungssequenz führte dazu, dass ich das erste Mal im Kino am Anfang mit offenen Mund da saß. 

2. Richard Cheese – Closer

Ihr seht, die üblichen Verdächtigen tummeln sich wieder auf den vorderen Plätzen. Ich kann es einfach nicht lassen. Und diese herrlich lässige Interpretation des pikanten Textes ist natürlich immer wieder perfekt, um auf die Massen losgelassen zu werden.

3. Devo – I Can’t Get No Satisfaction

Auch hier das einzige, was mir aus „Casino“ in Erinnerung geblieben ist. Scorsese und ich haben halt einen tollen Musikgeschmack. Generell ist aber wirklich jede Coverversion von Devo äußerst unterhaltsam und mit hohem Wiedererkennungswert. Wenn ich ein Song wäre, dann wäre ich „I Can’t Get No Satisfaction“, aber in der Version von Devo, pflege ich des öfteren zu sagen. Selbst die coolsten Lieder von den heißesten Bands werden in ihren Versionen zu nerdigen, exzentrischen Stücken Musik. Das mag ich, damit kann ich mich identifizieren.

4. Scooter – Rebel Yell

Ich habe, als ich noch jung war, meinen Brüdern ihre Bravo Hits geklaut. Auf dieser war auch das Lied zu finden. Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob ich diesmal sogar zuerst die Coverversion kannte. Auf jeden Fall ein ganz großes Stück Musik. Hochwertig und mit Liebe arrangiert. Habe ich schon erwähnt, dass ich Scooter schon zweimal live erlebt habe? Meine Eltern haben wohl denselben Humor, wenn sie mich so in meinen Geburtstag reinfeiern lassen. Ich hoffe nächstes Jahr auf DJ Bobo oder ähnliches.

5. Aztec Camera – Jump

Mit dieser Version wurde ich erst sehr spät warm. Wahrscheinlich weil ich nicht besonders viel für das Original übrig habe. Doch irgendwann mochte ich diese eingängige, aber zurückgenommene Interpretation des Über-Hairmetalsongs von Van Halen.  Und seitdem kann ich auch irgendwie nachvollziehen, warum so viele das Original mitsamt der einprägsamen Melodie mögen.

6. Snow Patrol – Crazy In Love

Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich am liebsten eine anderes Cover von Snow Patrol genommen, aber dann wäre das ein Mixtape geworden, was ausschließlich aus Interpretationen von Depeche Mode, Nine Inch Nails, Faith No More und INXS bestanden hätte. Das hätte ich locker geschafft, aber ihr sollt ja auch ein wenig überrascht werden. Also hier eine der ersten Coverversionen, die ich damals durchs Radio kennengelernt habe. 

7. Red Hot Chili Peppers – Higher Ground

Skandal! Was ist mit Franzi los? Ist sie krank? 

Nein, keine Sorge, ich werde weiterhin kompetent hassen. Jedoch ist es bei mir nicht unüblich selbst meinen Erzfeinden wenigstens etwas gutes einzugestehen. So mochte ich diese Herren noch nie und konnte mit ihren langweiligen, immer gleich klingenden Liedern nichts anfangen. Klar, sind die meisten eingängig mit funkigen Basslines, aber die Red Hot Chili Peppers haben mich nie gerockt. Und sie waren mir nie sympathisch. Jetzt kann ich da ein wenig differenzieren. Jetzt ist nur noch Anthony Kiedis der Böse. Jedenfalls kam es vor einigen Jahren dazu, dass ich diesen Song bei Guitar Hero spielte und feststellen musste, dass er Spaß macht und rockt. Kurz hatte ich Angst einen Anfall des Fantums zu bekommen, aber als mir aufgefallen war, dass der Song mir einfach verdammt bekannt vorkam und der gute Stevie Wonder seine Finger im Spiel hatte, war ich erleichtert. Es handelte sich einfach nur um eine verdammt gute Komposition, die man einfach nicht zerstören kann. 

8. System Of A Down – The Legend Of Zelda (Fake)

Ein Klassiker der Falschinformationen des Internets. Mein Leben lang dachte ich es wären wirklich System Of A Down, die mir mein einer Bruder eines schönen Tages begeistert vorgespielt hat, aber nein. Irgendwer auf irgendeiner Tauschbörse hat da wohl was falsch verstanden. Trotzdem ein schönes Stück Musik.

9. Northern Lite – Go With The Flow

Genau wie „Crazy In Love“ damals im Radio bei Fritz gehört. Bis heute mag ich die Instrumentierung sehr gern. Ich finde diese Version hat etwas viel düstereres als das Original von Queens Of The Stone Age. 

10. Salt-N-Pepa – Twist & Shout

Eigentllich wollte ich ja die Version von den Beatles nehmen, aber da ich diese der Originalversion vorziehe, konzentrierte ich mich wieder auf meine Trashecke. Hier haben wir eine der interessantesten Popprodukte mit einer schönen Verwurstung von Samples der Beatles und „Hey Mickey“ von Toni Basil.

11. Nick Cave & The Bad Seeds – Black Betty

Von wegen Cover der 70er-Hits von Ram Jam, hier wird ein typischer afroamerikanischer Arbeitssong zum Leben erweckt.

12. Blue Cheer – Summertime Blues

Ähnlich schleppend wie sämtliche Variationen von Vanilla Fudge, nur nicht so zeitintensiv. Eine typische 60er-Produktion, die mit ihrer rohen Energie eine neue Seite des Sommerhits von Eddie Cochran zeigt.

13. Ravers On Dope – Hardcore Vibes

Ich habe keine Entschuldigung vorzuweisen. Das ist einfach nur Ausdruck einer musikalisch durchwachsenen Kindheit.

14. Kasabian – The Sweet Escape

http://www.izlesene.com/video/kasabian-the-sweet-escape/6823625

In der Originalversion war ich immer leicht genervt von Akon, hier hingegen konnte sich bei mir das Ohrwurmpotenzial erst richtig entfalten. Generell finde ich die Songs für die BBC Live Lounge meist sehr interessant. Da sind Coverversionen dabei, auf die man nie im Leben kommt. Ich sag nur Dizzee Rascal und Ting Tings. 

15.  Johnny Cash – Rusty Cage

Ich liebe Cashs ältere Stimme. Sie schafft es soviel mehr Emotionen in einen Song zu bringen. Auch bei Stücken, die mir sonst zu kitschig sind, wie zum Beispiel „Bridge Over Troubled Water“. Hier schafft der Johnny es trotz minimalistischer Instrumentierung die Grundaggressivität des Stückes beizubehalten, wenn nicht sogar zu steigern.

16. The Sisters Of Mercy – Gimme Gimme Gimme (A Man After Midnight)

Das Herzstück meiner eigenartigen Fundstücke. Sachen, von deren Existenz ich nicht einmal zu träumen wagte. 

17. Leatherface – Eagle

Ich konnte mir dieses Abba-Double-Feature nicht verkneifen.  Es ist bewiesen, selbst simpler Punk kann den Kompositionen der größten Popgruppe nichts anhaben. Und ich weiß nicht warum, aber ich bin von dieser Variante fast schon emotional bewegter.

18.  Aereogramme – Thriller

Um ein Haar wäre diese schöne, orchestrale Version auf meinem Wintermix gelandet, aber da hatte ich noch größere Entscheidungsschwierigkeiten aufgrund des Platzmangels. So kommen jetzt die ganz großen Gefühle und Herzstücke. Okay, und ein wenig die Resterampe des Wintermixes.

19. Get Well Soon – It Must Have Been Love

Was ging eigentlich bei dem Menschen im Kopf ab, der das Bild dem Song beigefügt hat? Unpassender geht es kaum, wie ich finde. Wenn es das wirkliche Artwork dazu ist, muss ich kurz mal lachen gehen. Ansich muss ich leider gestehen, dass ich die Karriere von Konstantin Gropper nach seinem Debütalbum, welches ich besitze, nicht ganz so intensiv verfolgt habe, was mich bei jedem herbstlichen Melancholieanfall zutiefst beschämt. Ein schönes Beispiel zum Thema „Weniger ist mehr“, denn so sympathisch mir Roxette auch sind, bei ihrer Version hatte nie den Anflug einer emotionalen Regung.

20. AFI – Don’t Change

Ich weiß nicht was es ist, aber da ist irgendwas im Kern von fast jedem Song von INXS, was sich meinem Herzen absolut erschließt. 

21. Goldspot – Float On

So sehr ich auch Modest Mouse mag, diese weihnachtliche Version aus „O.C., California“ hat einen größeren Platz in meinem Herzen. Sie strahlt einfach viel mehr Wärme aus. Die Kuscheldecke unter den Coverversionen.

22. Faith No More – This Guy’s In Love With You 

Jetzt sind wir beim emotionalen Tiefpunkt angelangt. Man nehme einen Song den Franzi eigentlich nie mochte, einen deprimierenden Text und den besten Sänger der Welt. Ihr wisst gar nicht wie fertig mich dieser Song macht. Ab 1:55 ist Franzi dann ein gebrochenes Franzi. Ein Häufchen Elend. 

23. Cartman – Kiss From A Rose 

Natürlich kann ich Schelm den Mix nicht mit einem furiosem, emotionalen Finale beenden. Da muss dann noch was auflockerndes kommen. Hier wieder ein Beispiel für anonyme Imitatoren (siehe Nummer 8), die es doch zu Weltruhm und Beeinflussung meiner Kindheit gebracht haben. Und ja, ich finde es immer noch lustig.

24. Big Six – 20th Century Boy

Die Version vom Soundtrack „Die Truman Show“ beginnt mit der wundervollen Catchphrase von Truman, weshalb ich den Mix mit Rockabilly beende. 

…in case I don’t see ya, good afternoon, good evening, and good night!

Mixtapes

8 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Wenn mir diese Auflistung eine Sache mal wieder vor Augen führt, dann, dass ich berechtigterweise, 99% aller Coversongs einfach scheiße finde. Immerhin ist die Crazy In Love Version ganz gut, aber an diesem Popeinheitsgedudel von Beyonce, oder wer auch immer den Quark ursprünglich verbrochen hat, kann man ja auch nur alles verbessern.

    Wie man sich aber an Led Zeppelin vergreifen kann, geht mir mal so gar nicht in den Kopf.

    Meine Lieblingsversion von Kiss From A Rose ist nebenbei natürlich diese:

    • Heißt das, du mochtest bis auf einen Song nichts aus meiner mit Liebe ausgearbeiteten Liste? *heul* Dann muss ich wohl gleich wieder „This Guy’s In Love With You“ von Mike gesungen anhören…

      Den Standpunkt kann ich absolut verstehen, aber Karen O und Trenti-boy haben bei mir leichtes Spiel.^^‘

      Nichts kann meinen liebsten Dean toppen, da hast du natürlich recht.

      • Um deine Tränen etwas zu trocknen: Das kasabian Cover ist auch okay, aber ich finde den Song eigentlich in jeder Version fürchterlich. Diese Version ist aber wohl die Beste.

        Der ältere Cash ist sowieso klasse. Um mich mal etwas unbeliebt bei dir zu machen: Ich liebe sein NIN-Hurt-Cover.

        Und das It Must Have Been Love Cover klingt auch sehr gut.

      • Das hilft nicht wirklich, bei der Zeit die dafür geopfert wurde. *heul* Da musst du mir wohl in der nächsten Zeit eine mindestens so geniale Karte schicken, wie ich sie am Freitag auf die Welt losgelassen hab.

        Das ist logisch. Wäre ich nicht mit Nine Inch Nails durch meine Pubertät gewandert, würde ich wahrscheinlich dasselbe sagen. Ich saß übrigens mal heulend in nem McDonalds, weil sie den Clip gespielt haben. Der ist sooo traurig. Mit der guten June und so.

        Jetzt ruderst du aber arg zurück.^^

      • Sei nicht traurig. Kann ja nicht jeder so einen ausgeprägten Musikgeschmack wie du haben. Freu dich lieber, dass du so teilweise so flexibel bist, was Musik angeht. Mich kann man da eben ziemlich schnell nerven. Am schlimmsten ist immer, wenn mein Cousin mir die neuesten Hip Hop Tracks vorspielen muss, weil ich das halt auch mal gehört habe. Vor 10 MInuten war es mal wieder soweit. Nach dem gefühlt 42. Song bin ich dann abgehauen.

        Wie zur Hölle soll ich deine Karte toppen? Hab noch nicht mal ne Karte.

        Es mag dich wundern, aber hin und wieder mag ich solche ruhigen Songs ganz gerne. Ist jetzt nix, was ich weiterverfolgen werde, aber habe schon weitaus schlimmere Coverversionen gehört.

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