franzimized Geburtstagsgeschenke #2

Meine Mama hatte gestern Geburtstag und auch dieses Jahr hielt ich mich mit opulenten Geschenken zurück, da ich gegen das Geschenk meines Dads eh nicht gewinnen konnte. Der hat ihr nämlich die neue Depeche-Mode-Konzert-Bluray-CD-Sonstwas-Box besorgt. Wieder ein Mitschnitt bei dem ich hoffen kann mich für einen winzigen Moment zu sehen. 

Jedenfalls gab es von mir zum Freudentag ein Dusch/Waschgel-Set von „Der Hobbit“ und eine Leinwand mit ihrer allerliebsten Lieblingsperson: John Lennon.

Meine Eltern ziehen nämlich Anfang Dezember um und haben zunächst wegen Stress keine Lust die Wände zu streichen. So dachte ich, haben sie wenigstens etwas buntes.

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Es war übrigens nicht meine Absicht ein exaktes Abbild des guten Johns zu schaffen. Das können zahlreiche, begabte Menschen tausendmal besser als ich. Während des Skizzierens betrachtete ich zwar immer wieder ein Foto von ihm, habe mich nach dem Verschmieren der Kohle aber nur noch von meiner Intuition leiten lassen. Ich fühlte mich ein wenig paranoid, da ich immer mehr das Gefühl hatte, dass Johns Augen von Strich zu Strich trauriger wurden. Deswegen der Titel „Sad Lennon“. Der arme Kerl muss wahrlich enttäuscht sein, wenn man beobachtet, wie die Menschheit sich nach Jahrzehnten immer noch nicht seiner Friedensbotschaft angenommen hat.

Den Hintergrund habe ich zuvor auch sehr aus dem Bauch gestaltet. Schön mit Farbe in der Dusche gepanscht. Einfach mit bloßen Händen gemalt. Zuvor natürlich einige der bekanntesten Zeilen mit Wachsmalstiften auf der Leinwand verewigt.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht recht, in welche Richtung das Ganze gehen sollte und ich war auch nicht recht zufrieden. Es hatte noch nicht dieses destruktive, melancholische, was durchaus typisch für mich ist. Irgendwie habe ich nämlich immer den Drang über die Stränge zuschlagen, die Menschen zu verstören und irgendwie ein Teil von mir zu verewigen. Dies geschieht meistens durch Anzünden der  Leinwand, Experimenten mit Rost,Dreck, Blumen oder was die Wohnung sonst zu bieten hat. Und durch die Verwendung von wenigstens einem Tropfen Blut. Vielleicht kann man mich ja irgendwann klonen mithilfe der Bilder. Jedenfalls hatte ich Glück, dass ich mir auf eine nicht verheilte Stelle an der Lippe gebissen habe. Ich begann heftigst zu bluten, über Minuten, so dass ich den Tatort eines Mückenmassenmords problemlos inszenieren konnte. Und danach fühlte sich der Prozess der Geschenkekreierung auch wieder richtig an. So mit Seele und so.

Verzeiht, wenn ihr dieses Verhalten nicht so appetitlich findet. Irgendwie habe ich seit meiner Kindheit als Vampirfanatiker eine eigenartige Faszination für Blut.

I love your friends, they're all so arty, oh yeah!

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