Das gelesene Wort: Die Digedags in Amerika

Diese nostalgische Vorweihnachtszeit…

Seit Wochen komme ich nicht zum Lesen meines ausufernden Bücherstapel, dafür haben zahlreiche Kindheitserinnerungen den Weg neben mein Bett gefunden. Unter anderem auch dieser wunderbare Auftakt der Amerika-Serie der Digedags. 

„Doch was zur Hölle sind denn bitte „Die Digedags“?“, höre ich manch einen jetzt denken.

Die drei Herren namens Dig, Dag und Digedag waren von 1955 bis 1975 die Protagonisten des Mosaikheftes und wurden danach von den Abrafaxen abgelöst. Die natürlich aus Prinzip doof sind.

So saß ich in meiner Kindheit oft stundenlang vor den Sammelbänden meiner Brüder, die durch den Altersunterschied tatsächlich noch etwas von der DDR mitbekamen, und habe mir meine eigenen Geschichten zusammengesponnen. Bis heute liebe ich den Zeichenstil und diese wunderbare Heranführung an die verschiedenen historischen Epochen. Und Digedag ist immer noch der Beste.

Doch worum geht es?

Die Digedags arbeiten beim New Orleans Magazine als Reporter und kreieren, ermutigt durch den auf Sensationswert fokussierten Verleger, ein Wettrennen zwischen der alten „Mississippi-Queen“ und der prachtvollen „Louisiana“. Beide Kapitäne sind zuerst ahnungslos, wollen nachdem diese Neuigkeit viel Aufsehen erregt hat, jedoch auch keinen Rückzieher machen.

Fazit:

Ich war beim Lesen nach so langer Zeit positiv überrascht. Nicht wegen der Geschichte oder den Figuren an sich. Die haben aus nostalgischen Gründen schon einen Platz im Herzen. Nein, ich war gespannt, wie gut die Darstellungen verschiedener Personengruppen und die Sprache seit 1969 gealtert ist. Und das Endergebnis hätte ich mir viel niederschmetternder vorgestellt. Aus meiner Sicht kann die Political-Correctness-Polizei also Ruhe bewahren. Da die Geschichte im Jahre 1860 spielt ist es ohnehin authentisch öfter über das Wort „Neger“ zu stoßen, auch wenn es doch irgendwie ungewohnt war, da ich mich an die Thematisierung der Sklaverei oder beispielsweise auch der Pressefreiheit nicht erinnern konnte. Wie in dieser interessanten Bachelorarbeit von Jens Mätschke vorgelegt, denke ich auch, dass hier nicht versucht wird mithilfe von Klischees schwarze Menschen zu degradieren, sondern dies einfach eine Reproduktion des damaligen Gesellschaftsbildes ist. Ich meine, hinfahren und selbst erkunden, konnten sie ja nicht. 

Ich besitze übrigens die 4. Auflage von 1982, die wie ich gerade festgestellt habe, gekürzt wurde. Nein, nicht wie vermutet aus zensorischen Gründen, sondern aufgrund des limitierten Papierkontingents. Die spinnen doch, diese Diktaturen…

Jedenfalls liegt der Fokus auf dem Abenteuer, dem Wettrennen, weshalb dies nicht mein Lieblingsband ist. Ich bin jedoch gespannt wie es mit dem guten Ben weitergeht, der sich mit seinem Banjo mutig gegen seinen Besitzer gewandt hat und nun heimlich mit den den Digedags mitfährt. Und ich will endlich zu den Indianern.

3 von 5 Banjos

Auf dem unteren Bild ist Colonel Springfield abgebildet. Obwohl er nicht gerade sympathisch ist, hat er optisch wohl einen großen Einfluss auf mich gehabt, wie mir aufgefallen ist.

Bitte kauf mich!

Das gelesene Wort

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