Bild: The Downward Spiral

Ich war ja mal jung und Schulkind. Zudem war ich immer auf meine Zeit bedacht und wählte für die letzten Etappen die Faulenzerfächer schlechthin als Leistungskurse: Englisch und Kunst. Letzteres war sehr abwechslungsreich, angefangen mit digitalen Collagen bis hin zu Mode und letzten Endes Malerei. Doch besonders die gute Malerei hat mich in den Wahnsinn getrieben, schlicht und ergreifend, da wir uns die ganze Zeit mit Gebäuden und der berliner Architektur beschäftigt haben. Und wenn etwas nicht miteinander harmoniert, dann sind es Franzi und realitätsgetreue Kunst. Das hatte mich im übrigen auch in der Abiturklausur passiv aggressiv gemacht, so dass ich aus Langeweile anfing im Hintergrund bunte Punkte hinzuklecksen, einfach nur um dem Ganzen einen Hauch von Kindergeburtstag zu verleihen.

Die Vorteile des Kunstkurses waren jedoch die Stundenstrukturierungen und Projekte. Wenig Theorie und viel Zeit, die man sich selbst einteilen konnte, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Wobei ich gestehen muss, dass ich mich meist um die simplen Dinge im Unterricht gekümmert habe (stundenlang Haare photoshoppen oder irgendetwas ausschneiden) und erst zuhause mich wohl gefühlt habe und loslegte. Natürlich immer auf den letzten Drücker in der Nacht vor dem Abgabetermin.

Eine weitere Tradition ist, dass ich von mir kreiertes einfach nicht behalten kann. Je persönlicher das Thema, desto größer wird der Drang, des Endprodukt an jemanden weiter zu geben, der hoffentlich die Bedeutung dieser Geste erfasst oder es irgendwann bei Ebay verkauft, wenn ich reich und berühmt bin. Hauptsache die Person ist glücklich. Genauso wie ich, wenn ich merke, dass es Zeit ist loszulassen.

Leider ist dieses Format unscannbar, so dass ich an einem düsteren Tag auf meine tolle Handykamera vertrauen durfte. Luxusprobleme einer Analogkameraenthusiastin. Dennoch dachte ich, wäre dieses Bild einen Eintrag und eure Aufmerksamkeit wert, jetzt wo es kein Ganzes mehr ist, sondern bei zwei bemerkenswerten Menschen sein Dasein fristen darf.

Darf ich vorstellen, „The Downward Spiral“.

IMG_0831Es handelt sich hierbei um meine Umsetzung des letzten Themas im Leistungskurs Kunst. Die Aufgabenstellung war nämlich absolut frei. Was bedeutete, dass ich endlich von der Architektur in Ruhe gelassen wurde. Wie jeder hatte ich anfangs mit den nichtvorhanden Regeln so meine Schwierigkeiten, denn vorallem durch Limitierung kommen mir die besten Ideen. Also blieb mir nur eine Wahl: hemmungslos persönlich werden.

Mich faszinierte die Idee Musik malerisch umzusetzen und aus unerklärlichen Gründen verspürte ich das Bedürfnis DAS Album meiner Pubertät umzusetzen: „The Downward Spiral“ von Nine Inch Nails. Einfach mal komplett ausrasten und gucken was dabei herauskommt. Und so wurde wohl der franz’sche Stil geboren, der sich auch bei anderen Lebensphasen und deren Verarbeitung durchzieht. Destruktiv, viele Materialien verwurstend und mit der Affinität zum Malen mit Eigenblut in unbedenklichen Mengen. Zusammenfassend: Wenn Franzi am Werke ist, stinkt die Wohnung nach Rauch, Rost und man sollte nirgends barfuß laufen.

So höret das Album und schauet auf meine mehr schlecht als rechten Fotografien der Details oder dem Endprodukt an sich. Oder hört einfach nur das Album und fokussiert euch auf die Genialität des Trent Reznor.

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I love your friends, they're all so arty, oh yeah!

7 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Reznor wäre bestimmt stolz auf dich, wenn er das sehen würde. Man kann durchaus Ansätze von Aggression erkennen. Gerade diese zerstörerischen Dinge wie die Nägel und (Brand-)Löcher machen ordentlich was her!
    Wer weiß, vielleicht wirst du ja posthum zur wahren Künstlerin aufgebauscht… ^^

    • Meinst du wirklich? Ich hoffe er wäre es.
      Du verbindest das ganze leider nicht mit dem dazugehörigen Geruch irgendwo zwischen verbranntem Holz, Acryl und Rost.
      Unter die Parfümhersteller sollte ich lieber nicht gehen.^^

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