Berlinale: Life (Anton Corbijn, 2015)

Am letzten Berlinaletag gönnte ich mir noch ein nettes Double Feature, beginnend mit dem neuesten Film des Anton Corbijn.

Der Herr hatte sich wieder biografischen Stoff genähert. Diesmal das Aufeinandertreffen des Fotografen Dennis Stock (Robert Pattinson) und des aufstrebenden Jungstar James Dean (Dane DeHaan).

Das Highlight des Films: Robert Pattinson übergibt sich. Auf sein Filmkind.

Eigentlich das perfekte Rezensionsende, aber ein paar Worte möchte ich doch noch loswerden. Ich musste an „My Week With Marilyn“ denken, wo auch das Aufeinandertreffen zweier berühmter Personen geschildert wird, was als Bettlektüre sicherlich ganz nett ist, aber mir als Filmadaption immer wie ein simpler Versuch erscheint, einen Oscar einzuheimsen.

Optisch ist das Ergebnis von Corbijn sehr stilsicher und auch den beiden Hauptdarstellern war ich wohlgesonnen, aber man fragt sich den gesamten Film über, warum diese Begegnung und die berühmten Fotografien des Schauspielers, die währenddessen entstehen, es wert sind verfilmt zu werden. Der Fokus wurde auf Dennis Stock gelegt, was ich aus der Sicht des Regisseurs, der nun mal selbst einer der größten Fotografen unserer Zeit ist, einleuchtend. Dennoch blieb die Figur mehr als blaß, was ich primär nicht auf Robert Pattinson zurückführe, sondern eher auf die Durchschnittlichkeit der porträtierten Person. So wird dieser zwar hin und wieder von Dane DeHaan’s Version eines verschmitzten, rebellischen James Dean, bei dem man sich nie sicher ist, ob er verdammt clever oder verdammt dämlich ist, aus der Reserve gelockt. Doch man hat nie das Gefühl einem wirklichen wichtigem Moment beizuwohnen. Blutleer und für Menschen, die mit der Biografie von James Dean weniger vertraut sind wahrscheinlich ein eher verwirrendes, vollkommen handlungsfreies Vergnügen, was leider ein weiteres Mal demonstriert, dass alles mit einem guten Drehbuch steht und fällt.  Und beim Epilog sitzt man dann mit dem Hauch einer Ahnung da, was der Autor für ein Gefühl vermitteln wollte und fragt sich warum es nicht eine Zelebrierung der Fotografie und deren Magie geworden ist. Keine Dokumentation kleiner, feiner Augenblicke, die bald so viel zur Ikonisierung einer Person beitragen und einen Mythos erschaffen würden. Wo war denn die Liebe zur Fotografie? Bei Dennis Stock war sie jedenfalls nicht zu finden. Und bei Anton Corbijn in diesem Fall leider auch nicht.

Und ich hatte nur zwei Gedanken beim Verlassen des Saales: 

1. Der Gastauftritt von Corbijn selbst war irgendwie süß und der einzige Moment im Film, den ich nicht als lustlos empfand.

2. Was macht Donnie aus „Orphan Black“ da und warum freue ich mich so sehr ihn zu sehen?

Kinowoche

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