Pure & Crafted Festival 2015: Samstag (29. August)

Gestern neigte sich der zweite und somit letzte Tag des Pure & Crafted Festivals dem Ende zu. Leider viel zu schnell, so dass ein wenig Wehmut aufkam. Ich kann mich nur immer wieder für meinen Musikgeschmack beglückwünschen. Und den Umstand, dass es feine menschliche Wesen gibt, die sich darauf immer wieder verlassen und mit mir mitkommen. Danke.

performs on stage at the Pure & Crafted Festival 2015 on August 29, 2015 in Berlin, Germany.

Begonnen haben wir den Tag mit Kitty, Daisy & Lewis. Und ihren ebenso wundervollen Eltern am Kontrabass und an der Akustikgitarre. Ein Leben in dieser Familie muss echt ein Traum sein. Jeder spielt das Instrument auf das er gerade Lust hat, singt dabei, wenn es beliebt und strahlt dabei eine unbändige Liebe zur Musik aus. Das hat Seele. Wahrlich der Prototyp einer guten Liveband. Oder wie Lene sagte: „Sie sind so verdammt schön.“

Wer sich dieser Magie verwehren kann, muss taub, blind und dumm sein.

performs on stage at the Pure & Crafted Festival 2015 on August 29, 2015 in Berlin, Germany.Obwohl mir zu Ohren kam, dass der zweite Tag ausverkauft war, hatte ich dennoch das Gefühl, das Gelände spärlicher besiedelt anzutreffen. Ich vermute, viele hippe Musikfreunde sind der Hauptbühne aufgrund dem Programm im Postbahnhof ferngeblieben. Oder wegen der Sonne. Mein Herz vermag den Gedanken jedoch nicht ertragen. Man darf Refused nicht verschmähen. Und ich wurde nach meiner kürzlichen Erleuchtung dank dem neuen Album auch nicht enttäuscht.

485734584Zwei Worte (eines davon mein baldiger Nachname): Dennis Lyxzén. Ich bin schockiert, dass Tumblr noch nicht von GIFs von dem Spektakel überschwemmt ist. Was macht der Herr da mit seinem Körper? Eine explosive Mischung irgendwo zwischen Jagger, Dirigent, Schlange und Akrobat. Diese verdammten Schweden…

A general view of the atmosphere during day 2 of the Pure & Crafted Festival 2015 on August 29, 2015 in Berlin, Germany.

Doch auch Schweden können unvorteilhaft von einer Kamera eingefangen werden. Doch der eigentliche Grund, um das Foto mit euch zu teilen, ist George Harrison. Der ist von den Toten auferstanden und hat sich entschlossen, in dieser wertvollen Band mitzuspielen.

485734586Jedenfalls war es eine Tragödie, sie nur für solch kurze Zeit zu erblicken und allein um Françafrique“ live zu erleben, sehe ich mich leider gezwungen, sie noch einmal aufzusuchen. Harte Maßnahmen, ich weiß.

Nach dem freudigen Herumgezappel mussten wir leider noch einen Rückschlag verkraften. Die Verlosung des Motorrads wurde auf der Bühne vorgenommen. Und keiner von uns hat es gewonnen. Somit ist die Finanzierung für kommende Abenteuer noch nicht geklärt. Schade. Dafür kann ich erneut ein Bild mit drei Pappenheimer offerieren. Ich, geblendet von der Schönheit der kommenden Schweden, neben meinen neuen Lieblingsasiatinnen zur Rechten, einem glücksseligen Lene zur Linken und einem ganz der Revolution ergebenen Ellis hinter uns.

485740372Zum dritten Mal habe ich nun The Hives gesehen und noch immer kam keinerlei Langeweile auf. Bei den Herren hatte ich auch noch nie die Möglichkeit mit Luft und Platz in der ersten Reihe ihnen entgegen zu brüllen. Und ich hatte auch vollkommen außer Acht gelassen, dass der gute Pelle so oft das Verlangen hat, nach unten zu steigen. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er auf einmal über mir stand, romantisch sich auf meiner Hand abstützend. Da war die Taktik meiner Asiatinnen ausgeklügelter. Die haben ihn einfach umarmt. Mit Liebe, aber sehr bestimmt, so dass es ihm kaum möglich war, zu entfliehen. Und sogar Pelles Bruder Mr. Nicholaus Arson haben sie durch penetrantes Winken dazu bekommen, ein Plektrum herunterzuwerfen. Die drei Damen hatten es echt drauf. Happy End. 

485740298The Hives haben wie immer eine tolle Show abgeliefert. Alle glücklich. Und fertig.

Und sie haben mehrmals Refused erwähnt. Aber nicht auf der Bühne miteinander herumgemacht. Vielleicht Backstage. Man weiß es nicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Danach statteten wir dem Motodrom noch einem Besuch ab. Dort darf man sich um eine Steilwand platzieren und Menschen bei sportlichen Aktivitäten zu Motorrad zuschauen. Das führte bei mir zu einem noch höheren Adrenalinspiegel, da ich immer Angst habe, in der nächsten Sekunde einem Unfall beiwohnen zu müssen. Sehr beeindruckend das Ganze. Allein schon, weil das Konstrukt auf dem man in der Höhe steht, durchgängig wackelt. Das Gefühl mochte ich sehr, denn wir wissen ja alle, wie gern ich gefährlich lebe. Verwegen und rebellisch bis zum Tod.

Der trat hier nun aber nicht ein. Nur eine leichte Taubheit in der linken Hand, da Lene erst oben bemerkte, dass sie ja Höhenangst hat und meine Hand benötigte.

Trotz aufkommendem Hunger und ansteigender Erschöpfung wollte ich der letzten Band des Abends wenigstens für einige Minuten eine Chance geben. Am Ende sind wir das gesamte Set geblieben.

F

Eigentlich hatten die Gestalten beim Aufbau eher dagegen gesprochen, da ich hässliche Lackschuhe ohne Söckchen ablehne. Und Bärte. Und Bärte in Gesichtern von Menschen, die aussehen wie 12, erst recht. Alles deutete auf langweiliges Indiegeklimper hin. Dann trafen wir die Truppe vom gestrigen Konzert der Blood Red Shoes wieder („Laaaaaauuuuuuraaaaaaaaaaaaa! Schtiiiiiiiiieeeeeeeewen!“), kamen nett ins plaudern und mir wurde versichert, dass Talisco, die wohl gerade einen kleinen Hit haben, feine Gesellen seien. Und das waren sie. 

Nicht unbedingt weltbewegende Musik. Auch nicht die originellste, aber voll grenzenloser, naiver Spielfreude. Ich meine, wenn eine Band höflich, fast schon schüchtern fragt, ob das Publikum beim nächsten Song mithüpfen würde, dann hat sie absolut den Sympathiebonus. Da möchte man einfach nur freundlich Folge leisten.

Und so verlief ein perfekter Tag  für die Musik und für mich. 

Wer wissen will, wie die Reise begann:

Part 1

Musik

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