Franzi spielt: The Wolf Among Us

Mein bester Freund ist ein Gamer aus Leidenschaft. Klammheimlich hat er über Jahre Informationen über mich gesammelt, um Spiele zu finden, die franzifreundlich sind. Ich bin schnell gelangweilt, hasse es zu verlieren und nochmal neu anzufangen und kann nicht aus der Egoperspektive spielen, weil mir dann schlecht wird. Ja, auch bei „Zoo Tycoon“. Ein spezialgelagerter Sonderfall also. So zickte ich wohl ein bisschen, während mir drei Spiele auf dem PC installiert wurden, schließlich könnte man in der Zeit auch ein Buch lesen. Als der Herr danach von dannen war, wollte ich nur einen Blick riskieren. Nur kurz anspielen. Und plötzlich war schon wieder alles vorbei. Alles durchgespielt, sich in die verdammte Atmosphäre verliebt und jetzt voller Sehnsucht. Es folgen die Gedanken kurz nach dem Spielen der jeweiligen Kapitel.

97081f90641bbabd7390e13f3914e2f5Episode 1: Faith

Eigentlich wollte ich nur kurz hineinschauen. Plötzlich war das erste Abenteuer vorüber. Und dass mit nur einem plötzlichen Tod, als ich anfangs in die erste Prügelei hineingezogen wurde und meine Tastatur vor Schreck den Abgang gemacht hat. (Mein PC ist am Fernseher angeschlossen, weshalb man mich mit Maus und Tastatur auf dem Bett bestaunen kann bzw. meine Künste, diese stilvoll durch die Gegend zu katapultieren.) Mein erster Eindruck: Ich bin verliebt. Die Farben, die Musik, das ganze Setting und Design hat mich von der ersten Minute begeistert. Es macht Spaß, selber die Wahl zu haben, was man sagen will. Meist haben meine Handlungen dem Konsens entsprochen. Dass ich dem Huntsman ein Glas ins Gesicht warf, tut mir irgendwie Leid. Oder eine Axt ins Hirn. Vielleicht kommt es noch zu einem Versöhnungsgespräch.  Ich glaube ja, mir wurde das Spiel nur zwangsempfohlen, weil ich großer Verteidiger von Schweinen bin. Und jetzt habe ich einen Schweinemmitbewohner, der mir meinen Bourbon wegtrinkt. Gibt es etwas schöneres?

Episode 2: Smoke & Mirrors

Eine entspannter Verlauf, den ich sogar im Liegen meistern konnte. Viele interessante Wendungen. Viele zwielichtige Gestalten. Ich merke jedoch, wie mir besonders der kleine Froschjunge TJ ans Herz wächst. Und Snow, obwohl ich sie am Anfang nicht mochte. Wir werden sehen, ob sich da noch etwas ändert. Jedenfalls werden in diesem Spiel jetzt schon mehr Damen vielschichtiger dargestellt als in allen Hollywoodfilmen zusammen.  Es hat also den Franzi-Feminismus-TÜV bestanden.

Episode 3: A Crooked Mile

Ja, ich bin ein Mörder. Ich gebe es offen und ehrlich zu, Dweedle Dee kann mich nicht mehr nerven. Ich glaube die gute Snow mag mich jetzt ein bisschen weniger. Jedenfalls habe ich ganz brav die Q-Taste gedrückt, bis zum Fingerkrampf und habe mal wieder die Welt gerettet. Ich mag die düstere Atmosphäre immer noch sehr. Man lüftet ein Geheimnis und drei neue entstehen. Ich habe wirklich keine Ahnung in welche Richtung sich das Ganze entwickeln wird. Ich bin aber auch ein mieser Detektiv.

Anstatt mir Gedanken darüber zu machen, wer hinter den Morden steckt, was hier gespielt wird, erhoffe ich mir nur die Funktion, irgendwann meinen Bart abrasieren zu dürfen. Dann hätte ich nicht nur eine unheimlich attraktive Stimme, sondern wäre an sich sehr hübsch anzusehen. 

Episode 4: In Sheep’s Clothing

Ich persönlich mag ja keine herausstehenden Knochen. Allein die Vorstellung, wie sich das wohl anfühlen mag, ist äußerst unbehaglich. Ansonsten habe ich versucht ordenlich zu vermöbeln, aber auch das zarte Pflänzchen der Freundschaft zwischen mir und dem Huntsman zu hegen und pflegen. Er wollte trotzdem nicht mit ins Taxi steigen. 

Am Ende der Episode sieht man endlich den Strippenzieher, aber ich muss gestehen, ich bin noch nicht vom Crooked Man beeindruckt. Ich unterschätze ihn sicherlich und werde im Finale bestimmt eine böse Überraschung erleben.  

Episode 5: Cry Wolf

Also diese Bloody Mary…puh. Das war kurz mal anstrengend. Ansonsten bin ich dermaßen stolz, dass ich ohne großartige Komplikationen etwas zuende gebracht habe. Für meine Art der Bestrafung des Crooked Man möchte ich bitte als Messias anerkannt werden. Wobei, so rein ist meine Weste nicht, denn den doofen Georgie habe ich in Ruhe verbluten lassen. Jedenfalls hat jeder das bekommen, was er verdient. Das Ende jedoch, was gewisse Sachen offenlässt, kam sehr abrupt. Und schon eine Minute nach dem Schließen des Programms vermisste ich meine Gemeinschaft in Fabletown. Was soll ich sagen? Das war Liebe auf den ersten Blick. Und ich will weitere Episoden. Jetzt. Sofort. Sonst verwandle ich mich in ein Monster.

5 von 5 grobmotorische, aber glückliche Franzis

Friedl spielt

12 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. So. Gestern habe ich es nicht geschafft, aber dafür folgt nun heute nochmal der versprochene Kommentar zu The Wolf Among Us.

    Wie schon geschrieben, hatte ich mit dem spieltechnischen Vorgänger, The Walking Dead, eine Menge Spaß. Oder nein, Spaß trifft es nur bedingt. Teilweise musste ich mich richtig quälen, weil bestimmte Entscheidungen (vermeintlich) so schwierig waren. Nennen wir es also lieber „gefesselt“.

    Als ich dann vom nächsten Telltale-Spiel hörte, war ich erstmal wenig begeistert, weil ich die Graphic Novels überhaupt nicht kannte und mich die groben Eckdaten des Szenarios überhaupt nicht ansprachen. Aber ich sollte mich täuschen. Ganz gewaltig sogar, denn ähnlich wie Du, wurde ich in diese extrem stimmige Welt geradezu hineingezogen.

    Also alles gut? Leider nicht ganz. Denn so toll die Welt, das Artdesign und (größtenteils) die Charakterzeichnungen sind, so gibt es doch ein paar Sachen, die mich nervten, gerade weil der Rest so zauberhaft ist. Da ist zum einen das Problem mit den Entscheidungen. Sobald man das Spiel ein zweites Mal zockt, fällt auf, dass die Konsequenzen deutlich weniger unterschiedlich sind, als beim ersten Durchlauf angenommen. Wie schon bei The Walking Dead ist es im Großen und Ganzen egal wie man sich entscheidet. Klar, ein paar Nebenfiguren verhalten sich anders, sterben, etc. Aber grundlegende Veränderungen sind nicht möglich und dabei macht genau das für mich zumindest zum Teil den Reiz aus… das Gefühl, man könnte (bis zu einem gewissen Grad) den Ausgang der Geschichte beeinflussen. Das wird einem aber nur vorgegaukelt. Als Beispiel sei hier auf Toad verwiesen, der so oder so auf die Farm geschickt wird, vollkommen egal wie man sich vorher verhalten hat (auch wenn man ihm eine zweite Chance versprach oder Geld gab).

    Und dann ist da noch das Finale, bzw die Auflösung der Story. Ich hatte da irgendwie größeres erwartet. So ganz kann ich das nicht in Worte fassen, aber ich fand das sehr… unspektakulär. Geradezu bieder. Und ja, auch relativ abrupt. Auch habe ich den Eindruck, dass ein paar Handlungsstränge sich im Nichts verlaufen, bzw aufgrund des Zeitdrucks (die einzelnen Episoden mussten ja verschoben werden, weil Telltale nicht fertig wurde) nicht gut zu einem Gesamtwerk verknüpft wurden.

    Aber wie gesagt, insgesamt gesehen wurde ich fantastisch unterhalten und freue mich sehr, wenn es dann irgendwann im nächsten Jahr weitergeht.

  2. Ach herje, ich bin normalerweise nicht so der Zombie-Film/Spiel Fan, aber wenn das Spiel von so vielen gelobt wird sollte ich vielleicht auch mal reinschauen. Zumindest finde ich das Schwein auf der Couch schon mal sehr cool 😀 Der Grafikstil hat etwas, ist aber auch irgendwie ein wenige verstörend finde ich. Hast du eigentlich jemals BioShock ausprobiert?

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