#Horrorctober : Nackt und zerfleischt

Schon „Hostel“ hat mich mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen, doch bei diesem berüchtigten Werke fällt mir ein Urteil noch schwerer. Ich kann jegliche Bewertung auf einer Skala von 0 bis 10 nachvollziehen. Der Film möchte emotionale Reaktionen hervorrufen und das ist ihm gelungen. Ich war verwirrt, angewidert, angewidert, angewidert, angewidert, angewidert, kurz gelangweilt (passiert mir öfter bei zu vielen Reizen), dann wieder angewidert und schockiert, kurz traurig, dann passiv aggressiv und zum Ende hin, war mir ein bisschen schlecht. Der Film hat also seine Wirkung perfekt entfaltet. Trotzdem legitimiert der Schlusssatz nicht das Gesehene. Wenn ich mich dabei filmen würde, wie ich ein Haufen Menschen/Tiere/whatever quäle, verspeise, vergewaltige und töte, dann verkünde, dass ich damit nur unsere Gesellschaft anprangern möchte, dann würdet ihr euch doch auch verarscht fühlen, oder? Etwas zu tun, was scheiße ist, ist und bleibt scheiße, auch wenn man danach sagt, man wolle nur zeigen, wie scheiße es ist. 

Meine Gedanken während des Schauens:

  1. Der Dokumentarstil wirkt immer noch.
  2. Die Musik ist schön, sehr ausufernd und emotional, was manchmal ein interessanter, harter Kontrast ist.
  3. Ich habe keine Ahnung von Eingeboren, aber irgendetwas sagt mir, dass ihre Darstellung nicht besonders differenziert ist.
  4. Erste Vergewaltigung.
  5. Zweite Vergewaltigung.
  6. Dritte Vergewaltigung.
  7. Vierte Vergewaltigung.
  8. Ich mag keine Affen. 
  9. Ich war ja immer amüsiert über die Menschen, die sich über die echten Tiertötungen entrüstet haben, aber weiterhin ihr Wurstbrot konsumierten. Verlogenheit galore. Und ich dachte, ich wäre hartgesotten.
  10. Ich bekomme das Aufbrechen der Schildkröte, die zuckenden Beinchen und das wackelnde im Inneren einfach nicht aus meinem Hirn.

 

Horrorctober

17 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ja, die alten italienischen Kannibalenfilme 🙂
    Das sind wahre Schmuckstücke, die sehr schocken können. Ich glaube, nach „Cannibal Holocaust“ und „Hostel“ liegt es sehr nahe, dass du „Green Inferno“ anschauen musst x)

  2. Gibs zu: Tief im Inneren genießt du diesen Hardcorestuff doch…
    NuZ ist ja so ein Ding, vor dem man sich einfach scheut, weil man das Gezeigte ja nicht mit Interesse und so belohnen möchte. Und doch… reizt… dieser Film… irgendwie…
    Mist. Immer diese moralischen Zwickmühlen. Aber interessant, dass es tatsächlich noch Filme gibt, die diese eigenen Grenzen überschreiten können und schockieren. Da denkt man, heutzutage wäre man komplett abgehärtet und dann sind es diese alten Filme, die das mühelos, dafür aber mit fragwürdigen (oder nichtverzeihlichen Mitteln) bewerkstelligen können.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: