Kinowoche: The Hateful Eight, Dope, Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs & Gänsehaut

The Hateful Eight

Ich hatte so meine Probleme mit dem Vorgänger, weswegen ich keinerlei Erwartungshaltung oder immense Vorfreude verspürte. Ich habe mich einfach auf Tim Roth gefreut. Bekommen habe ich etwas, was wahrscheinlich den wenigsten gefällt: Ein fast dreistündiges Kammerspiel, langsam inszeniert und äußerst dialoglastig. Und ich hatte schon Angst, dass ich wieder mit meiner nicht vorhandenen Liebe für Western konfrontiert werde. 

8/10

Dope

Ich finde jede Ära verdient einen tollen Coming-Of-Age-Film. Dieser hat mich durch seine Optik, seine Charaktere (der Cutie Pie aus „Grand Budapest Hotel“!) und den exzellenten Soundtrack vollkommen verzaubert. So klingt die Band der drei Freunde im Film:

Wir haben hier also als Protagonist einen intelligenten Schwarzen mit Vorliebe für die 90er-Jahre-Kultur, eine lesbische Schwarze, die jeden Sonntag in der Kirche bekehrt werden soll und einen Quatschkopf und Feigling, der zu 15 Prozent Schwarz ist. Sie leben in einer eher unschönen Gegend und sind weder in einer Gang, noch verkaufen sie Drogen. Jedenfalls bis zu der Verkettung der Ereignisse die folgen. Sie wollen keinem Klischee entsprechen, sind einfach sie selbst. Exzellenter Durchschnitt, Ambitionen, Engagement außerhalb der Schule, aber wie viel Prozent der nichtweißen Bevölkerung werden an Harvard und Co. angenommen….naja…

Es wird aber kein rührseliges Filmchen gemacht, sondern mit herrlichem Humor gekontert. Und Blake Anderson aus „Workaholics“ ohne Bart! 

9/10

Bibi & Tina – Mädchen gegen Jungs

Mit dem ersten Film des Franchises hatte ich totale Probleme. Vielleicht musste ich mich auch erst mit den beiden Grazien, die mir zu hübsch und fraulich erschienen, gewöhnen. Den zweiten Teil „Bibi und Tina – Voll verhext!“ war hingegen super abgedreht. Olli Schulz als Bösewicht, eingängige Songs und eine noch buntere Farbgebung und eine schöne Story über Vorurteile. Dann saß ich gestern in einem sehr gut besuchten Kinosaal zwischen Kindern aller Altersklassen und war vollkommen euphorisch. Der Bösewicht Herr Kakmann ist jetzt Antikapitalist und wohnt im Wald, Holger nascht Pilze, die ihn Affen sehen lassen, Graf von Falkenstein zitiert „Vom Winde verweht“ und es wird etwas sehr wichtiges thematisiert, was mich sehr gerührt hat, weil ich eben die unmittelbaren Reaktionen der Kinder vernehmen konnte. Neben dem Erhalt der Natur, wird natürlich primär auf die Unterschiede und Probleme zwischen den zwei Geschlechtern eingegangen mit der Prämisse, dass die Unterschiede scheißegal ist, dass wir alle für ein gemeinsames, tolerantes Miteinander zu sorgen haben. 

Besonders toll, wie die Jungs sich dann mit Bibi und Co. solidarisieren, nachdem diese bei der Schatzsuche von Urs beklaut, ungefragt geküsst und im Dunklen zurückgelassen wird. Diesem Kerl wird aber auch zugestanden, zu weinen, seine Einsamkeit auszudrücken und sich zu verändern. Und es folgt sogar eine Aussprache mit Bibi. Da weinte dann mein Feministenherz ein bisschen vor Freude. Nimm das, Twilight!

Und es kommt ein sexy Franzose vor, der von Ménage-à-trois redet, so wie in den Filmen seines Großvaters. Sein Nachname ist Truffaut. 

Und Frau Martin wird von einem jüngeren Mann umgarnt! Und eins der Teams beim Geocaching heißt „Fans of Sheldon“! Ihr seht, ich verteidige den Film bis zum Tod. Kinderfilme sind leider die einzigen deutschen Produktionen, die gefördert werden, wo die Beteiligten sich kreativ schön undeutsch ordentlich ausleben.  Ansonsten gibt es ja nur graue Krimis, Nazigeschchten oder irgendwas mit Til Schweiger.

10/10

Gänsehaut

Enttäuschung. Okay, ich war an dem Tag seit 11:45 Uhr im Kino („Dope“, dann „Bibi und Tina“, dann 17 Uhr „Gänsehaut“) und war ein bisschen fertig. Bin eingeschlafen, da man das Geld für Logan Lerman und Mila Kunis nicht hatte, wurde Schauspieler, die ihnen ähnlich sehen gecastet und das kreativste war der Abspann. Der Film war nicht gruselig, nicht charmant trashig wie die Bücher, nicht charmant trashig wie die Serie der 90er, voller CGI und in jeglicher Hinsicht blass.

5/10

Kinowoche

10 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Schade, dass Goosebumps so schlecht war. 😦 Die Bücher fand ich als Kind sehr cool! ^^ Aber so ist das mit den Erwartungen, wenn es um irgendwas mit Büchern geht. A propos „irgendwas“: Ich finde man sollte offiziell das Genre „Irgendwas mit Til Schweiger“ einführen, damit man das als Warnung auf alle Filme klatschen kann, in denen man ihm in einer textlastigeren Rolle als der Tatort-Leiche begegnen könnte. Danke.
    Uuuund es gibt noch Kinderfilme, in denen nicht alle stereotypisch Mädchen und Jungs sind? :O :O :O Ich bin zutiefst schockiert und verstehe nun deine Emotionalität! ^^
    Ich glaube Dope würde mich dafür deprimieren, weil die Hintergrundstory trotz Überdrehtheit und Humor irgendwie so realistisch wirkt. Umgebung prägt bzw. prägt die Ansichten/Vorurteile, die andere Leute über jemanden haben …

    • Mich hat das auch mega geärgert, da ich soooo Lust drauf hatte.

      Ich fand den Test in „Dope“ sehr interessant. Dem Protagonisten werden zwei Ledertasche hingehalten, eine Fake, eine Original und er sollte sagen, welche die echte ist. Nach der Entscheidung meinte der andere dann, dass es egal sei, da bei ihm jeder eine Fälschung und bei den „rich white bitches“ ein Original vermuten würde.

      • Meh. Dafür war Bibi und Tina gut. 😉
        Ja, das glaub ich sofort. Egal was du tust, wenn Leute dich in eine bestimmte Schublade gesteckt haben, dann wird alles in diese eine Richtung gedeutet. Da kann man vermutlich bei der Essensausgabe für Obdachlose helfen und es wird einem unterstellt, man täte das, um k.A. neue Drogenkonsumenten zu finden oder die Kasse dort auszurauben. o.o

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