Kinowoche: The Lady In The Van & Hardcore

Ich hoffe mir ist für das Freitagabend-Double-Feature die Kreativitätsmedaille sicher. Mehr Kontrast geht wahrlich nicht.

Von diesem Film wusste ich nichts, außer dass Maggie Smith mitspielt und viele in der Blogsphäre darüber berichteten und dass es wohl auf einem Theaterstück basiert. Letzteres merkt man der Inszenierung durchaus an, was ich oftmals auch mag, doch hier wirkte es doch irgendwie hölzern. Trotz Smith’s toller Schauspielleistung, denn die Dame macht es einem überhaupt nicht leicht bezüglich der Sympathie, wollte der Funke nicht überspringen. Irgendwie schade, denn die Motive und Darstellung von Obdachlosen ist ein wichtiges Thema, was künstlerich definitiv noch nicht ausgeschöpft ist.

6,5 von 10

Nach dem klassischen Renterpaarabend ging es in den atmosphärisch eher maskulin-jugendlichen Kinosaal. Mein Beweggrund: Austesten, ob ich die Perspektive aushalte.

Ich konnte nämlich nicht einmal als Kind in Ruhe „Zoo Tycoon“ spielen, weil mir von der Perspektive schlecht wurde.

Marketingtechnisch wirklich exzellent aufgezogen, wurde mit der feschen Gratiskotztüte und dem Hinweis vor dem Film, dass Schwangere und Menschen mit schwachen Nerven, Krankheiten etc. der Vorstellung fern bleiben sollen, war ich sehr gespannt.

Leider gab es weniger Trash und Konventionsbruch als erhofft. Aber mein Gott, mir war die erste Stunde echt schlecht. Dann drehte ich meinen Kopf ein wenig zur Seite und es ging. War also eher ein anstrengender als entspannter Abend.

Und das ist das Problem. Neben der ermüdenden Story und in Szene gesetzten Action (Das Problem, was womöglich jeder hat, der den letzten Mad Max gesehen hat.) ist der Film weder widerlich, geschmacklos, cool, unterhaltend, abgefahren, anstößig noch sonstwas. Langweilig. Bis auf den Bösen und Sharlto Copley, der wirklich eine wundervolle Musicalsequenz hat und sich kräftig austoben durfte, aber dann natürlich sofort sagen muss, dass er auf keinen Fall schwul ist. Alles nur echte Kerle und Bitches. Da war ich wohl wieder zu abgehärtet bis abgestumpft, um hier irgendeine emotionale Regung zu zeigen.

Auf dem Rückweg habe ich mir vorgestellt, was herausgekommen wäre, wenn ich den Film regissiert hätte. Ich glaube ich hätte das Zeug für einen zutiefst gewalttätigen, fiesen Film, der aber auch lustig und innovativ wäre. Aber mich fragt ja keiner.

6,5 von 10

Kinowoche

11 Comments Hinterlasse einen Kommentar

    • Ich schließe mich Flowermaid an…
      Ich liebe Maggie Smith und durfte sie das aller erste Mal in „Eine Leiche zum Dessert“ erleben und seit dem bin ich ein großer Fan. Ich habe in Kunst sogar eine Rolle ihr nachempfunden. Hardcore à la Franzi? ! Hui…. Wenn mir jetzt schon schlecht wird 😀

  1. Ist Ego-Shooter-Perspektive dann wie Wackelkamera und dass man den Protagonisten nicht sieht?

    Franzi, gehst du eigentlich eher wahllos am WE in zwei Filme oder gibt es bei dir Genres/Filme, die du nicht anschaust?

    Für mich wäre jedes WE zwei Filme jedenfalls nichts, dazu habe ich mittlerweile einen zu „empfindlichen“ Filmgeschmack. 😉

    • Jap, genauso. Du bist quasi der Protagonist.

      Im Moment ist meine Zeit ein wenig begrenzter, so dass ich mir dann auch ein, zwei Wochen nichts anschaue, dann aber als Abbitte quasi drei Filme an einem Abend. Wahllos würde ich nicht sagen. Ich schaue ins Programm vom UCI (nur die Poster und Titel, nicht die Inhaltsangabe) und wähle spontan dass, worauf ich spontan Bock habe. Um das neue Dschungelbuch z.B. tanze ich schon zwei Wochen herum, weil ich den Zeichentrick gar nicht mag.

      Für mich ist das ehrlich gesagt absolute Entspannungszeit geworden. Wenn man allein geht, muss man mit niemanden kommunizieren, kann ein wenig runterkommen und sich selbst von der Welt abschneiden und sich mal nur um sich und das Gesehene kümmern.

  2. Ich gehe (v.a. seit der Trennung von meiner Ex, aber auch vorher schon) immer wieder allein ins Kino, einfach weil ich den betreffenden Film sehen will. Dummerweise zieht das hiesige Programmkino, das wirklich um die Ecke ist, bald ans andere Ende der Stadt.

    Was anderes: die rohtaarigen Mädels im Hintergrunddesign, das bist alles du, oder?

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