Kinowoche: The First Avenger: Civil War, The Boss & Visions

Da hatte ich Freitag wahrlich ein Überraschungs-Triple. Angefangen mit dem 3. Abenteuer des Captain America, von dem ich wahrlich nichts erwartete. Der erste Film war okay, der zweite konnte mir nur in dem Moment, in dem zwei wunderbare Herren aus „Community“ vorbeischauten, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und generell war ich noch mit keinem der Solomarvelprojekte richtig zufrieden. Und plötzlich wird mir da das präsentiert, was ich mir vom enttäuschenden zweiten Avengerstreffen erhoffte. Es geht nicht um einen blassen, langweiligen Bösewicht, der Langeweile hat und deswegen die Welt zerstört, sondern die Herrschaften müssen selbstreflexiv ihre Moral, ihre Werte und ihr Verantwortungsbewusstsein ausloten. Und wer da alles mal wieder zum Schauspielern vorbeischneit, ein wirklich schönes Ereignis. Und obwohl ich unerwarteterweise auf der Seite vom Captain herumlungerte, konnte ich jegliche Position der anderen Charaktere absolut nachvollziehen. Kein Fragezeichen bezüglich Beweggründe wie bei dem Streitchen von Batman und Superman. Vielleicht kann man das aber auch nur nachvollziehen, wenn die eigene Mutter auch Martha heißt. 

Vier Sachen möchte ich noch anmerken:

  1. Ich hatte den ganzen Film das Bedürfnis Paul Rudd dauerzuknuddeln. Wusste nicht, dass er mit von der Partie ist. Und der strahlt immer so eine debile Herzenswärme aus. 
  2. Ich mag den Spiderman nicht. Und Tante May jünger zu machen, damit man in jeder Szene betonen kann wie heiß sie doch ist, fand ich doof. Kann nicht einfach Tobey wieder in sein Kostümchen steigen? Der sieht doch immer noch aus wie der klassische Außenseiterteenager. 
  3. Black Panther war cool.
  4. Ich kann mich daran gewöhnen, dass immer jemand von „Community“ vorbeischaut. Und dann auch noch lovely Jim Rash.

9/10

Zum Abschluss geht es zum romantischen Dinner mit Daniel und Robert.

Ich hatte Lust auf Kathy Bates und Peter Dinklage, ansonsten keinerlei Ahnung was mich erwarten würde. Der Anfang war äußerst holprig, wobei ja Komödien sowieso in synchronisierter Fassung es meistens schwer haben, doch sobald Melissa McCarthy bei Kristen Bell einzog, funktionierte das Ding für mich. Ein perfekter, entspannter Film für die Mitte eines Triples. Interessant fand ich die Kritiken jetzt danach zu lesen. Oftmals wird von Kapitalismuskritik geredet. Und von einem Film, der oftmals unter die Gürtellinie geht. Empfand ich irgendwie nicht so, habe mein Schamgefühl aber auch letztes Jahr in New York gelassen. Naja. Das was hingegen kaum erwähnt wird (neben der wundervollen Cecily Strong von „Saturday Night Live“), ist die Kernthematik, die ich bei wirklich jedem weiblichen Wesen in meinem Umfeld wahrgenommen habe und wirklich ein Problem ist: Anstatt etwas großes mit dem gegebenen Talent zu machen, werden Ausreden und sichere Jobs gewählt, da ja eh schon irgendwer ein Business aus der jeweiligen Idee gemacht hat und man Verantwortung gegenüber Kind/Familie/Bla hat und eh scheitern wird. 

Ladies, wagt etwas, seid auch mal gemein und setzt euch einfach durch. Man ey…

6,5/10

23:15 Uhr den letzten Film schauen, war eine beschissene Idee, denn ich war doch etwas gerädert. So lag ich schon bei den Trailern auf drei Sitze verteilt quer, aber ich wollte doch unbedingt Gillian Jacobs auf der großen Leinwand sehen. Und Jim Parsons als Nicht-Sheldon. Wusste allerdings nicht, dass das ein Horrorfilm ist. Dachte es wird vielleicht so ein Mysterythrillerding oder so. Jetzt beim Betrachten des Posters habe ich gleich das Gefühl, dem Film einfach noch zwei Punkte abzuziehen. Wie dämlich kann man denn sein? Und für wie dumm möchte man mich hier verkaufen? Allein der Titel impliziert doch eher einen Sinn für zukünftiges (anstatt vergangenes, wie Isla-Rosemary’s-Baby-für-Arme-Fisher 3/4 des Filmes vermutet) und Poster zeigt, wer unter der schwarzen Kapuze steckt. Schlechtes, schlechtes Drehbuch. Frage mich echt, warum die Schauspieler (z.B. Eva Longoria) da zugesagt haben. So viel Geld gab es dafür nun auch nicht. 

Auf jeden Fall lag ich da so mit dem Hintern gen Leinwand und jedes Mal, wenn ich die Augen aufgemacht habe, kam so eine verdammte Schocksequenz. Dann habe ich mitsamt Herzinfarkt den Kopf wieder zum Kinosessel geneigt und bekam jedes Mal einen weiteren Herzinfarkt, weil ich die zwei Menschen vergaß, die zwei, drei Reihen links hinter mir saßen und zu dunklen Schatten im Augenwinkel verkamen. Und nach dem Film war ich irgendwo zwischen müde und voller Angstadrenalin, musste 17 Minuten auf meine Tram in der Kälte warten und konnte mich zum Glück mit einer langen Sprachnachricht einer Freundin ablenken.

In der Bahn fuhr ich auch nur mit Augen zu. Und auch da. Jedes Mal, als ich die Augen kurz öffnete, um an den Bildschirm zu schauen, wie viele Stationen noch abzuwarten sind, bemerke ich, wie mir ein Herr mit Bierflasche, Glatze, ganz in schwarz gekleidet die ganze Zeit anstarrt. Ohne blinzeln, gefühlt keine Wimpern, große, starre Psychopathenaugen. Da stieg ich ganz schön erleichtert aus, nur um danach zu bemerken, dass er auch ausgestiegen war. Gute-Laune-Musik an, Vorurteile aus, dachte ich und wanderte zwischen den Gebäuden und Bäumen gen Zuhause. Immer gefolgt von einem Schatten, der irgendwie immer näher kommt. Adrenalinspiegel  auf Anschlag, nie wieder einen Horrorfilm um diese Uhrzeit allein im Kino, denke ich, dann überholt er mich und die Anspannung fällt ab. Er geht geradeaus weiter, ich biege in die eine Straße ab, was er bemerkt und stehen bleibt, sich umsieht. Unheimlich!!! Aaaaaaaaaaaah. Noch vier Hausnummern, Franzi! Ich singe leise vor mich „Survivor“ von Destinys Child hin und bin sehr, sehr erleichtert, mich in mein Bett legen zu dürfen. Das glaubt dir doch wieder kein Mensch. Erst einmal eine Sprachnachricht versenden. Alles frisch erzählen, mittendrin in Sekundenschlaf verfallen und einen neuen Running Gag erschaffen. Lustigerweise stocke ich kurz in der Schilderung und sage „I don’t know. Nudeln.“. 

Das menschliche Gehirn, meine Damen und Herren.

4/10

Kinowoche

17 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Hmm. Bei Civil War gab es zwei Zusammenschlüsse, die mir noch immer schleierhaft sind. Ansonsten war der Film ganz nett, aber Spidey überdämlich. Am liebsten komplett rausschneiden.

      • Jo, einmal Hawk. Was macht er da überhaupt? Also mal wirklich? Nur da sein? Wow.
        Das andere war dann Scarlett Witch, die sich von Vision abwendet. Ich mein klar, es wurde darauf im Hintergrund hingearbeitet, aber der Sinneswandel erschien mir zu abrupt. Weißte wie ich meine?

      • Der hat ne Midlife Crisis, was sonst. Außerdem denkt Marvel, man hängt an Jeremy Renner. Mir wäre da Mark Ruffalo lieber.

        Jap, kann ich verstehen. Wobei ich die ganze Zeit dachte, sie würden gleich wild herummachen. But that’s just me.

      • Ohjo, der Hulkster hätte viel besser in die Humorschiene gepackt. Aber hey, wäre Hawkeye als Missing in Action deklariert worden, man hätte nur mit den Schultern gezuckt…
        Wäre bestimmt sexy geworden. Und synthetisch. Uhlala.

  2. Franzi, ich lese dein Blog gerne und mag deine Art zu schreiben, aber giftgrün auf rot, muss das sein? Oder bin ich der einzige, dem das Kopfschmerzen beim Lesen verursacht?

  3. Erstein mal Respect an dich, dass du dir Civil War angetan hast 😀 Ich kann mit dieser Superhelden-Liga so gar nichts anfangen. Mster America war mir schon immer viel zu amerikanisch pathetisch sowie patiotisch… Wehslab ich auch nie über die ersten Minten von Teil 1 hinausgekommen bin (eiskalt eingeschlafen)

    Schade, ich mag das Filmplakat von the Boss. Vielleicht sollte ich mir das Plakat einfach m des Plakatwillens holen und den Film einfach ignorieren. *IIch mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt sing*

    Warum bist du bei Visions nicht eifach rausgegangen? Um 23:15 könnte ich mir niemals einen Film… Oh doch Mist kann ich 😀 Zu Weihnachten schencke ich dir ein Notfall-Anti-Angst-hab Paket 😉

    Pass auf, aus Spider- MAN wird noch Spider-Teenager und dann Spider- Baby… War ja beim neuen „Darth Vader“ auch so… Ich kann die einfach irgendwann einfach nicht mehr ernst nehmen, ich fand es teilweise auch schon bei Tobi schwierig, weshalb ich Garfield klar vorziehe.

    • Ich finde es immer bescheuert, wenn Leute beim Captain ein großes Gewese um Patriotismus und Amerika machen, voralllem wenn es sich bei Marvelfans handelt. Also nicht du.^^ Wie gesagt, ich selbst habe mit den Solofilmen auch meist meine Probleme und kann total verstehen, wenn ma da einpennt etc.

      Ach, ich fand „The Boss“ nett. Tut nicht weh. Perfekter Sonntagsnachmittagsfilm mit der Familie.

      Ich bringe das irgendwie nicht übers Herz die heiligen Hallen vorzeitig zu verlassen.

      Yeah, Weihnachten!

      Ich mag Andrew Garfield sehr sehr gerne, aber der war mir für Peter Parker einfach zu gutaussehend.

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