Jimmy Eat World im Lido (12. September 2016)

Kennst du den Drang nicht einschlafen zu wollen, damit man bloß nicht das Gefühl verliert, was man just in diesem Moment fühlt?

Ich möchte dass dieser Moment nicht vergeht, weswegen ich mich gezwungen sehe, mich der Chronologie der zu schreibenden Artikel abzukehren. Filmkritiken können warten. Meine Impressionen zum scheiß Lollapalooza können warten. Das hier nicht.


 

Ich hatte vor etwas über einer Woche Glück, konnte im Vorverkauf Karten ergattern. Eine Minute später wäre eine Minute zu spät gewesen.  Jemandem ein Geburtstagsgeschenk machen, der auf dem persönlichen franz’schen Mixtape einen Song der Band mitbekommen hat, sich darüber freuen, eine Band, die in Berlin doppelt bis dreifach größere Locations füllt, sehen zu dürfen. Ich und hoffentlich 350 bis 500 andere Menschen (Kapazität des Lidos schwankt von Quelle zu Quelle), die mit dem Herzen dabei sind.

Show 4. Lido. Berlin, DE

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Und dann kommst du da an, schaust wie immer am Merchandisingstand vorbei und siehst Shirts für 20 Euro. Shirts, die nur das Datum der heutigen Show aufgedruckt haben. Und dann stehst du da, nach einem Wochenende voller oberflächlicher Idioten, überteuertem nutzlosen Scheiß und Bands, die keine Bands sind, sondern zwei DJs, die jeweils einen Regler betätigen und wirst fast schon wehmütig. Gekauft. Wird vom Motiv auch noch ein wenig aufgepeppt, aber sowas von gekauft.

Und nach einer sehr entspannten und sympathischen Vorband namend Gurr kam eine wunderbar unprätentiöse Rockband auf die Bühne. Keine Videoinstallationen, keine Lichtshow, keine gelangweilten Interaktionsversuche mit dem Publikum, nicht einmal im Hintergrund den Bandnamen auf einem Banner. Ehrlich und ohne Schnörkel. Genau das, was ich gebraucht habe.

Musiker, die mit einer Begeisterung ins Publikum schauen, die Lust auf ihren eigenen Auftritt haben und sich als Personen zurücknehmen. Kein langes Betteln um Zugaben, keine stundenlanges Applaudieren für jeden Musiker einzeln, einfach am Boden gebliebene Liebe zur Musik.

Und dann denkt man, ein perfekter Abend neigt sich dem Ende, geht hinaus in die Nacht und erblickt den Herrn Bassisten.

Wenn einfach alles stimmt.

Musik

7 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Dabei sahen die Nicht-Djs und die Nicht-Mainstream Acts ganz okay aus…. Hurricane ist weniger meins 😉

    Aber ich bin immer wieder froh, dass ein Act den Abend retten kann. War bei mir gestern ähnlich, nur war es ein Spaziergang

  2. Toll, toll, toll! Mein JEW-Konzert war zwar etwas größer, doch mochte ich diese direkt Art sehr gerne. Einfach nur Musik. Und viel altes von Clarity. Super. Hat Spaß gemacht deinen Eintrag zu lesen! 🙂

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