Erkenntnisse der Woche

So liebe Gemeinde, zwei Monate ging es mit mir hier eher schlecht als recht voran. Ich weiß nicht einmal warum, außer dass ich primär mit schlafen, essen, arbeiten und Kater kraulen beschäftigt war und der Berg an Entwürfen immer größer wurde. Ich fühlte mich langsam angekommen im Studium, in meiner derzeitigen Situation, was aber nach dem perfekten Seelenbalsam namens Jimmy Eat World einen halben Tag anhielt. Dann kam mein Bescheid zur Nachprüfung. Bin nämlich durch meine Rechtsklausur mit einer schönen 5,0 durchgerasselt, was mich, ohne arrogant wirken zu wollen, sehr schockierte und ich das mit dem irgendwo angekommen sein und das richtige gefunden zu haben, wo man zur Abwechslung erfolgreich durchs Leben schreitet, zugleich verwarf. Drückt mir also bitte nächsten Donnerstag die Daumen.

Nun zu den gesammelten Erkenntnissen:

Selbst die B-Seiten von Oasis sind besser als das meiste Zeug, was aktuelle Bands produzieren.

Die allgemeine Faszination für Radiohead lässt mich an Alieninfiltrierung glauben. (Erklärung im bald folgenden Artikel zum Lollapalooza)

Ich bin für Arbeit ohne Anerkennung oder Dankbarkeit nicht geschaffen.

Es regen sich bei der Rezeption eines Hostels ausschließlich Menschen auf, die es nicht verdienen. Die, die wirklich lange Wartezeiten durch Systemfehler etc. hinnehmen müssen, sind meist entspannt, verständnisvoll und geduldig.

Ich hasse die Arbeitsverhältnisse in Deutschland, weil ich sie als kalt, rücksichtslos und nicht effizient empfinde. Wenn man eine Atmosphäre kreiert in der offen und kommunikativ gearbeitet werden würde, dann würden alle eine bessere Gesundheit haben und das Gemüt würde nicht ständig darunter leiden, dass alle nur herummeckern, dass ja nichts im Betrieb läuft und Person A bis Z ja eh scheisse sind.

Erkenntnisse bis Erleuchtungen

14 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Pro: Dein Plädoyer für gute Kommunikation!
    Contra: Dein Unverständnis gegenüber der Radioheadbegeisterung (mit gleichzeitigem Oasis-Hype!). Aber okay, hatte sie auch noch nicht live gesehen. Ist nur irgendwie die einzige Band auf der Welt, bei der ich den massiven Hype sogar verstehen kann.

    • DANN ERKLÄRE ES MIR! WIRKLICH, das ist nicht der pure Wille zu provozieren (okay, das mit Oasis war bewusst davor gesetzt. *lach*), das ist naive, echte Unverständnis. Wo ist bitte bezüglich dieser Band und ihrer Genialität anzusetzen? Ich habe die fuckin Diskografie sogar chronologisch gehört und das einzige as dabei herauskam, war die Erkenntnis, dass sie wohl nach drei Alben keine Lust mehr hatten nette melancholische Popsongs für mich zum in Selbstmitleid baden zu schreiben.

      • Okay, ich versuche es mal, ist natürlich nie einfach, das zu vermitteln, wenn der Gegenüber schon gut reingehört hat und persönlich nichts finden konnte.
        Ich würde erst einmal die beiden ersten Alben „Pablo Honey“ und sogar das gehypte „The Bends“ ausklammern, dafür mögen deine melancholischen Popsongs zutreffend sein, wobei auch da schon einige Kanten drin sind. Auch mag ich die persönlich nicht besonders, da würde ich dir mit dem Überschätzen auch zustimmen.

        Für mich ist die Band ab „OK Computer“ deshalb genial, weil sie die Phänomene, die in der (auch Post-)Moderne immer wieder hochkommen, nämlich Einsamkeit, Isolation, Entfremdung mit all ihren Facetten in Popsongs stecken ohne dass diese Songs verkopft wirken. Eher sind unglaublich viele schöne Melodien drin, die gekonnt auf sehr ungewöhnliche Weise funktionieren (die feine Gitarrelinie auf den lauten Drums in „Reckoner“ z.B. – idealer Kontrast, auf den man erstmal kommen muss; überhaupt ist das Album „In Rainbows“ da besonders stark, siehe auch „15 Step“ mit seinen diversen Sprüngen und trotzdem tragenden Atmosphäre). Andererseits zeigen Radiohead eben auch, dass das Leiden den Popsong auch sprengen darf. Insofern sind sie auch sehr experimentell bis aggressiv und keineswegs nur melancholisch. „Paranoid Android“, „Idiotique“, „Climbing Up the Walls“, „Myxomatosis“, „Pulk/Pull Revolving Doors“ sind Songs, die unbequeme Sounds haben, in ihrer rohen Art aber immer auch neurotisch wirken. Zeigt auch wieder, dass es zu Zeiten der Selbstbefangenheit keine platten Befreiungsattitüden mehr gibt, sondern nur noch verzweifelten, suchenden, schrägen Ausdruck. Dazu passt Yorkes Stimme auch sehr gut, der mal sehnsuchtsvoll-traurig („Let Down“), mal vollkommen narkotisiert („Idiotique“), mal überdreht-neurotisch („Eletioneering“) klingt.
        Und wenn es dir rein um die musikalischen Fähigkeiten geht, also du mehr haben willst als eine melancholische Jammertruppe gestörter Leute, musst du dir mal „The National Anthem“ anhören. Ein Song, der es tatsächlich schafft mit einer dicken Bassline, verzerrten Vocals und Freejazz-Orchester auf knapp 6 Minuten voll nach vorne zu gehen. Oder in kurz: Ich kenne nicht viele Bands, die den Popsong so strapazieren und trotzdem noch wunderbar ins Ohr gehen wie Radiohead. Ich hör‘ sie natürlich auch nicht so oft, weil es doch emotional anstrengend werden kann, das gebe ich schon zu. Aber gekonnt ist es absolut.

      • Diese Entfremdungssache ist übrigens nicht reininterpretiert, sondern kommt in Alben wie „OK Computer“ (Mensch vs Maschine/Industrie), „Kid A“ (Selbstoptimisierung, Selbstauflösung), „Amnesiac“ (depressive Reaktionen) sehr deutlich heraus. Die anderen Alben sind thematisch eher diverser, aber sind musikalisch ähnlich angelegt.

      • Okay, letzter Nachtrag: Hatte mich verlesen, du meintest ja selbst, dass nur die ersten Alben melancholisch sind, hatte gedacht, du hältst alles für melancholisch – also vergiss meinen Verweis drauf. :))

  2. Die Daumen werden gedrückt! Nah … bin auch schon durch Prüfungen gefallen, von denen ich sehr überzeugt war und für die ich eigentlich ne ganze Menge gelernt hatte (ne GANZE Menge). Bitter. Ich denke da ist eine globale Verschwörung im Gange …

    Das mit der Arbeit ist eine bittere Wahrheit. Alle beschweren sich, wenn was nicht läuft. Aber dass man auch mal sagen muss, was gut läuft, das haben die meisten irgendwie nicht im Griff. Immer wieder schade. Und baut nur Frust auf.

    • Definitiv, absolute Verschwörung.
      Ich glaube dass bei mir der Graben zwischen dem, was ich als wichtig empfinde und dem, was in einer Klausur konkret gefordert wird, oftmals zwei grundverschiedene Dinge sind. Leider.

      Ich bin ja richtig gespannt auf meine erste Teamsitzung an der ich teilnehmen werde. Auf Stunden der Schuldzuweisungen und gebündelten Gemecker habe ich nämlich keine Lust. Naja, vielleicht gibt es ja noch positive Überraschungen.

  3. Yeah the great Franzi is back on track again!

    Um mal ein paar musikalische Inspirationen in den Raum zu werfen wie wäre es mal mit Peter Paasch, Spacemen Spiff, OVE, TICO’s Orchester, Dancing Years, Moongoz and the Magnet, Jon Kenzie, Cattle& Cane, Naomi Wachira, Jomo, Wooden Arms, Boreal Sons, Adna, Homseick Astronauts und WellBad. (Das war der Marianengraben meiner CD Sammlung… Ich hoffe du findest zumindest ein paar deliziöse Töne)

    Hihi… Ich halte mal mit Schule nervt dagegen. Nur ohne Deichkind.
    und die Arbeitsbedingungen sind meinen Lernbedingungen gar nicht mal so unähnlich.. also komm her und wein dich aus bzw. reg dich auf ;D Ich versteh dich.

    Ps: Pfoten sind mit Leim aneinander gekleistert 😉

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