Amanda Palmer im Huxleys Neue Welt (01. November 2016)

Der gute Stepnwolf freut sich, dass ich diesen Text schreibe, denn so muss er selbst nicht tätig werden. Denn ja, wir haben uns mal wieder getroffen und ja, der Herr ist genauso sympathisch wie sein Blog, von daher nervt ihn ruhig bezüglich eines Treffens. Es lohnt sich. (Schleimerpreis geht dieses Jahr wohl an mich.)

Da der Herr mit seiner Begleitung allerdings erst nach Berlin pilgern mussten, nutzte ich die Zeit für produktive Toilettenkunst. Dachte, ich mache ein letztes Bild von und mit meinem Lieblingslippenstift, der jetzt leer ist und ich einmal eine Freundin stibitzt habe und jetzt nicht mehr käuflich erwerblich ist.

Dabei beziehungsweise danach konnte ich schon ein Blick auf meine Konzertmitsteher erhaschen und war schon sehr fasziniert von der Bandbreite. Frauen in Hochzeitkleidern, Männer mit Zylinder, Punks, Grufties, Menschen weit über 60, Menschen mit Beeinträchtigungen, Frauen mit Glitzer, Männer mit Glitzer. Eine bunte Mischung, entspannt und freundlich gesonnen.

Passend dazu kündigte ein blauer Hase auf der Bühne die Musikerin an. Ich könnte solch Kostüm nicht mit so einer Street Credibility rocken.

Und dann kam die Frau Palmer mitsamt Wein auf die Bühne, redselig, entspannt und ehrlich. Manche Lieder wurden verhauen, manche mit Erkenntnissen und Anekdoten unterbrochen, aber immer voller Hingabe und Liebe für die Fans.

Von diesen wurde der Abend auch maßgeschneidert, denn sie durften Wünsche kundtun, die zugleich auf dem Arm notiert wurden.

Ich wünschte jede Band würde sich so intim und uneitel seiner Gemeinde widmen.

Ich wünschte aber auch, dass Konzerthallen passend zum Ereignis ausgesucht werden würden.

Und wenn ein melancholisches, ruhiges Spiel dargeboten wird, dann kommt man bei 3 1/2 Stunden des durchgängigen Stehens an seine körperliche Grenzen. Also warum nicht ein atmosphärisches Sitz-Konzert im Admiralspalast mit kostenlosem Wein für alle? Mit Kerzenlicht und schöner Architektur. Oder mit 20er-Jahre-Flair in der Bar Jeder Vernunft oder dem Tipi im Kanzleramt?

Das wäre schön. Das wäre Perfektion gewesen.

Im Gegensatz zu meinem tauben, wummernden Zeh zur Rechten.

Musik

10 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Danke für die einschleimen äääh einleitenden Worte über mich. Ich stimme allem zu, was du so sagst, außer der Sache mit dem wummernden Zeh. ^^ Und meine Begleitung hat sich auf dem Rückweg über meinen Ohrwurm gefreut. Ich hab nämlich (natürlich) den Ukulele Song nicht mehr aus dem Kopf gekriegt. 😀

    • Dann schöne Grüße an deine Begleitung. Der arme Kerl, dass der dich nicht nach Stunden des Ohrwurmsummens getötet hat…
      Und nein, einschleimend wäre es, wenn es nicht wahr wäre. Ich schreibe nur die Wahrheit über the one and only Stepnwolf.

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