The Flaming Lips (+Georgia) im Huxleys Neue Welt (24. Januar 2017)

„Ich wusste nicht, was mich erwartet, hatte tatsächlich ein wenig Angst, dass es langweilig werden könnte, obwohl ich das bisschen an Musik, die ich von ihnen kannte, schön fand.
Dann ging es los und ab der ersten Sekunde hatte ich gefühlt ein Dauergrinsen im Gesicht! Mein Kiefer hat ernsthaft weh getan!!
Konfettikanonen, Riesenballons, Wayne auf einem blinkenden Einhorn in der Menge und dann mit einem Bowie-Tribut in einer Plastikblase über das Publikum.
Dazu kommt, dass ich mich in den einen hübschen Gitarristen verliebt habe.
Ich bin dafür, dass solche Konzerte von der Krankenkasse gezahlt werden. Ein besseres Antidepressivum kann es kaum geben. Die 40 Euro für das Ticket waren perfekt investiert. Jedes mal, wenn ich die Augen kurz zu habe, habe ich eine bunte und fröhliche Explosion vor’m inneren Auge.
The Flaming Lips – immer wieder!“

Worte meiner Begleitung. Und Worte von womöglich jedem Erstbesucher mit Herz am rechten Fleck eines Auftritts der Herren um Wayne Coyne.

Für mich galten andere Maßstäbe. Ich war gespannt, ob auch nach meiner Konvertierung zum Flamingianer im Jahre 2012 dank dem Greenville Festival, mit dem Wissen, wie viel Tonnen Konfetti und Glitzer über mich strömen werden, eine ähnlich kraftvolle Magie freigesetzt wird. Ohne die Macht der Überwältigung des Überraschungsmomentes.

Und ich weiß nicht, ob ich vielleicht auch nur ein sehr einfach gestrickter Mensch bin, aber sobald man mir die Optionen gibt, einen Sänger auf einem Einhorn durch die Halle reiten zu sehen, mit Luftschlangen herumzuspielen, über Menschen in Augäpfelkostümen zu lachen, mich über laute Liebesbekundungen jeglichen Geschlechts an Bandmitglieder zu amüsieren oder mich über Minuten in den zahlreichen, überaus grell-Epileptiker-unfreundlich bis bunt-psychedelischen Lichtern zu verlieren, dann bin ich einfach glücklich. Und dann bemerke ich wie glücklich auch meine Mitmenschen sind, wenn sie ein bisschen mit Bällen spielen dürfen und sich womöglich bei uns allen der Wunsch breit macht, die Sonne, die gerade auf der Bühne tanzt, zu umarmen. Ein kollektiver LSD-Trip, nur ohne den fürchterlichen Umstand, dass über 10 Stunden durchmachen zu müssen.

Es gibt viele Bands, die meinen, sie müssen eine große Bühnenshow konzipieren. Wilde Lichterschau, multimedial und innovativ, den Zuschauer involvierend. Aufgenommen von professionellen Kameras mag das beeindruckend aussehen, doch je weiter du von den Musikern entfernt stehst, desto weniger bist du Teil des Ganzen. Desto weniger nimmt es dich ein.

Ich erträume mir eine Zukunft, in der Liebe auf jedem Konzert spürbar ist. Ein respektvolles Miteinander, ob jung, ob alt, ob im Weihnachtsmannkostüm, mit Devo-Kopfschmuck oder im biederen Anzug. Solange es die Flaming Lips gibt, werden wir, so unterschiedlich wir auch sein mögen, zusammengeführt werden, um eine wundervolle Zeit miteinander zu verbringen. Eine Band, von der du vorher kein Album gehört haben musst, kann dein Verständnis von musikalischen Livedarbietungen grundlegend beeinflussen. Eine Band, deren aufgenommene Kunst du nicht einmal gut finden musst, kann dein Leben verändern.

Sie öffnet sich dir und du öffnest dich im Gegenzug ihr. Konfetti und Glitzer. So einfach ist Glück. Wenn man es in sein Herz lässt.


Die Bilder stammen von Hella Wittenberg, die wirklich fantastische Arbeit geleistet hat.

Friedl On Tour

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