Kinowoche: Bob, der Streuner & La La Land

Da war ich ganz schön verwirrt, als der Kinosaal voller Rentner und Kinder war. Liegt wohl an der auf Niedlichkeit getrimmten Vermarktung, die den Inhalt eher verfehlt. Einen Film, den man wahrscheinlich irgendwo zwischen „Once“ und „Trainspotting“ (Sorry, mir ist gerade kein anderer britischer Junkiefilm eingefallen, deswegen das platte Beispiel.) einordnen könnte, wenn man wollte.

Man könnte den Film auch nicht so wohlgesonnen sein, wenn man wollte. Doch ich bin ein großer Freund der britischen Filmlandschaft, denn die Herrschaften schaffen es immer wieder in einem Film für die breite Masse eine gute Balance zwischen rührseliger Filmmagie und trauriger Realität zu finden. Und das schaffen sie immer aufgrund der Besetzung. Luke Treadaway füllt die Rolle des Protagonisten ohne Probleme, lässt tief in ein schwieriges Dasein blicken ohne das Leben auf der Straße oder Drogenabhängigkeit zu mystifizieren. Auch Kater Bob mimt hervorragend den anhänglichen Gegenpart, der ganz schön auf Trapp hält, aber eben auch der Publikumsmagnet ist. Nicht nur für den Kinobesucher, sondern auch für den Protagonisten und seine Entwicklung hilfreich, weswegen der Niedlichkeitsfaktor in der Inszenierung berechtigt ist.

Es ist nun mal so, dem Großteil der Menschheit ist das Elend der anderen im Alltag relativ egal, aber sobald ein Tierchen involviert ist, wächst die Sympathie und auch die Spendenhöhe. Viele gehen automatisch davon aus, dass es kontraproduktiv ist obdachlosen Menschen Geld zu geben, da sie womöglich Alkohol oder Drogen davon kaufen werden. Dass die Alternativen für die meisten Betroffenen rar gesät sind, kann man in diesem Film im Ansatz sehen. Die wunderbare Joanne Froggatt spielt eine Sozialarbeiterin wie sie im Buche steht: Engagiert, aber hart. Sie weiß, dass die Möglichkeiten, die sie vom Staat offeriert bekommt, nur wenige Suchterkrankte maximal am Leben hält und nur die wenigsten jemals ein nüchternes, geregeltes Leben führen können und werden.

Genauso wie die Nachbarin Betty, die wahrscheinlich die erste sympathische Veganerin im Bereich Film ist, und die Dame von der Obdachlosenzeitung „The Big Issue“ helfen sie dem Protagonisten so gut sie können, was einem bewusst macht, wie vermessen es ist, Obdachlose und Drogenabhängige zu verachten oder sie mit Kriminalität in Verbindung zu bringen. Die wenigsten Menschen würden aus einer ähnlich brisanten Situation ins stabile Leben zurückfinden, wenn sowohl der Staat als auch die eigene Familie und die restliche Umwelt einem signalisiert, wie viel sie von einem halten.

Und wenn niedliche Katzen da der erste Schritt zur Akzeptanz und zum Mitgefühl sind, dann sollte jeder Mensch sich schnellstmöglich einen Stubentiger anschaffen.

9 von 10 Kater Woodys


Ist mir persönlich zu wenig Schrift auf dem Poster…

 

Ich liebe Musicals. So lautete jedenfalls mein Mantra, welches ich über die gesamte Länge des Films in meinem Kopf vor mich hinbrabbelte. Mal zur Beruhigung, mal zur Erinnerung, mal zur Kompensation.

Kurzfassung: Ich hasse jeden Aspekt von „La La Land“. Jeden.

Fangen wir mit den Protagonisten an. Mia und Sebastian, die als Schauspielerin und Musiker vom großen Erfolg träumen. Wie es sich für gescheiterte Künstler gehört, sind sie melancholisch, hoffnungslos und arm. Deswegen sieht auch die WG von Mia so heruntergekommen aus. Nicht. Und sie fährt einen Prius und arbeitet als Kellnerin. So White Trash von ihr. Da gibt sie echt viel auf für ihren Traum. Und der Sebastian erst. Der ist pleite und zieht jetzt in eine Wohnung, die man fast schon als Junkiehöhle bezeichnen kann. Nur zwei Zimmer, wenn ich mich recht entsinne. Ganz ganz traurig. Da fährt man eben lieber stundenlang mit seinem feschen Retroschlitten durch die Gegend und starrt stundenlang ganz ganz emotional auf ein Gebäude, welches einem so viel bedeutet.

Ich habe noch nicht einmal das Geld für einen fucking Führerschein im Leben besessen, aber seid ihr ruhig die gescheiterten Künstler, die sich auf einer Poolparty begegnen, wo sich lauter erfolgreiche Hollywood-Partypeople selbst feiern.

Die Magie kann man wahrscheinlich nur spüren, wenn man noch nie an den Dingen, die einem an meisten bedeuten, gescheitert ist, aber zurück zur großen Liebe.

Mia und Sebastian sind wie für einander geschaffen. Also nachdem Sebastian Mia beigebracht hat, wie toll Jazz ist und wie empört er ist, dass heute alles modern und somit furchtbar ist und sie etwas eigenes kreieren muss, um bei Castings erfolgreich zu sein. Ja, sag das mal dem Herrn Regisseur, der jetzt bereits zum zweiten Mal in Spielfilmlänge seiner gescheiterten Karriere als Jazzschlagzeuger hinterherweint. Solch Ambitionen kennt man ja sonst nur von Sofia Coppola, die einmal großartig ihr Lebensthema in Szene gesetzt hat und danach nie zum Punkt der Verarbeitung übergegangen ist. Da macht man lieber noch weitere Filme über das bedauernswerte Leben von privilegierten Girls & Boys, bis selbst Freunde ihres Schaffens in die Passivagressivität gedrängt werden.

Zurück zu den Protagonisten ohne Eigenschaften. Also Sebastian mag Jazz und Mia hat ganz viele trendige, alte Filmposter in ihrem Zimmer hängen, war im Theaterkurs in der Schule, ist demnach eine enthusiastische Vollblutschauspielerin. Da kann das natürlich passieren, dass man „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ noch nie gesehen hat, aber ständig darüber redet. Referenzen halt. Je mehr desto besser, weil Popkultur und so. Und Humor auf Metaebene, fuck yeah.

Auf jeden Fall ganz tolles Pärchen, tanzen zusammen, singen zusammen und Sebastian ist davon so inspiriert, dass es sogar einen Song am Klavier schreibt. Einen Song. Und da sein schöpferisches Talent so enorm ist, muss „City of Stars“ mindestens dreimal im Film ertönen. Im Gegenzug darf Mia dann süß-naiv vorschlagen, dass Sebastian einen Jazzclub aufmachen sollte. Empfehle ich auch immer meinen Freunden mit finanziellem Engpass. Kommt prima an.

Es geht also um die Liebe. Liebe zweier Menschen. Kapiert. Gut. Dann gibt es noch die Liebe zum Jazz, die durch eine schöne Aufnahme guter Clubmusiker im dunklen, intimen Ambiente spürbar gemacht wird. Die Konzertfanatikerin in mir applaudierte. Problem: Die ganze Musik, die für den Film komponiert wurde, ist genau das, was Mia im Film so treffend als Fahrstuhlmusik bezeichnet. Ich erwarte da jetzt kein John-Zorn-Gewitter, aber mehr Bud Powell, Charlie Parker, Thelonious Monk und Co. hätte den zuckersüßen Kompositionen schon gutgetan. Da hilft John Legend als lieblos eingesetzter Quotenschwarzer auch nicht weiter.

Dann die Choreographien. Ich weiß ja, dass das Musicalgenre besonders in Deutschland kaum konsumiert bzw. ernstgenommen wird, aber dass ein mittelmäßiger Soundtrack mit einer schlechtkopierten Performance für so viel Furore sorgt, schockiert mich fast schon. Ich verstehe jeden Menschen, der Quentin Tarantino verehrt, denn er schafft es Lieblingsfilme und -musiken ehrenvoll zu verwursten und sie zu etwas eigenem zu machen, aber dies zu tun, mit einer Verbeugung vor dem Genre und den Menschen, die darin großartiges geleistet haben, bedeutet nicht, die wichtigsten Szenen ohne kreativer Auseinandersetzung zu stehlen.

Wenn ich jemanden an einer Laterne tanzen sehen möchte, dann schaue ich „Singing in the Rain“. Wenn ich sie im nächtlichen Himmel verliebt sich anschmachten sehen möchte, schaue ich „Moulin Rouge!“. Wenn ich den Damen beim Zurechtmachen zu wundervoller Musik zusehen möchte, schaue ich „Westside Story“. Wenn ich eine Dame mit Ballons vor dem Arc de Triomphe de l’Étoile sehen will, dann bitte doch Audrey Hepburn und nicht Emma Stone. Und wenn ich die bestgetanzte Traumsequenz der Filmgeschichte sehen möchte, dann schaue ich „Ein Amerikaner in Paris“.

Ich könnte ewig so weitermachen…

Der einzige Unterschied zu diesen Klassikern ist das Ende. Verwegen und angepasst an den Zeitgeist muss es im Jahre 2017 hübsch realistisch sein.

Nachdem Sebastian seine Ideale verraten hat, mit einer bösen Popaufbereitung des guten alten Jazzs erfolgreich ist, wird er natürlich zum großen Ekel, welches natürlich das Recht hat Mia heftig zu beleidigen, sobald sie seine Motive hinterfragt. Da ist dann die ganz große Liebe plötzlich nicht mehr wert, Konflikte zu lösen und für eine Beziehung zu kämpfen. Stattdessen sieht man sich Jahre später, lächelt sich melancholisch zu, um sich zuhause in den Schlaf zu weinen, wie leid man sich selbst tut, keine Initiative gezeigt zu haben.

Wobei sich bei dem Zeitsprung natürlich auch zeigt, dass diese Liebe so wie sie verlaufen ist, für beide das beste war, schließlich ist Mia jetzt eine berühmte Schauspielerin, so dass von ihrem ursprünglichen Charakter, der eh kaum vorhanden war, jetzt gar nichts mehr übrig ist. Sie ist jetzt erfolgreich und somit glamourös und reich, verheiratet mit einem aalglatten Businesskerl und natürlich ist sie auch Mutter. Da könnte man ja fast davon ausgehen, dass es ihr nur darum ging, zu den Reichen und Schönen zu gehören und nicht um ihren Drang sich künstlerisch auszuleben. Verrückt.

Dies ist kein Film für Menschen, die ihre Träume verwirklichen wollen, denn echte Träumer, die trotz Leidenschaft und Tatendrang tagtäglich mit dem Alltag, mit den Konflikten des Umfelds, dem Werdegang und dem Finanziellen konfrontiert werden, sich unweigerlich betrogen fühlen müssten. Wie ich allerdings den meisten Stimmen entnehme, bin ich die einzige Närrin, die das so empfindet.

Ich jedenfalls fühlte mich von diesem bierdeckelgroßen Inneren und dem trügerischen Äußeren des Werkes verspottet. Der Film zeigt auf jeglicher Ebene, dass du Kontakte brauchst, ansonsten eine gut verdienende, stabile Familie, zu der du jammernd fliehen kannst, wenn einmal im Leben sich ein Konflikt anbahnt und bei der du auf das Arschloch, was dich scheiße behandelt hat warten kannst, damit es dir zeigen kann, wie das mit dem Erfolg geht, um es in das System Hollywood hineinzuschaffen.

Ich hatte zuvor „Bob, der Streuner“ geschaut.

Es ist schon traurig, wenn man mit dem Gefühl nach Hause geht, dass man im Moment sich der Karriere des drogenabhängigen Obdachlosen näher fühlt, als der des erfolgreichen Kunstschaffenden. Und deswegen hasse ich „La La Land“ zutiefst.

Verlogenheit in Perfektion.

Ohne mich, Kinders.

Prädikat Hassfilm

0 von 10 Punkten


Bob, der Streuner: Bilder von Concorde Filmverleih

La La Land: Bilder von Summit Entertainment

Kinowoche

41 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Bin von Cinematographic Tides mal hier rübergeschwappt und zunächst muss ich sagen, dass ich es sehr schwer finde, einen Text hier zu lesen, da sich die schwarze Schrift mit dem Hintergrund beißt Und der mich LSD-Trip-mäßig kirre macht). Wenn man den Text markiert und er dadurch einen weißen Hintergrund bekommt, geht es besser. Da das hier sonst einer anmerkt, geht es vielleicht nur mir so.

    Zum Film selbst möchte ich nicht groß diskutieren, da wir eine komplett andere Vorstellung davon haben, wobei ich bei Why Him? die Tatsache mit den reichen Familien (und da sind sie wirklich reich und nicht nur amerikanischer-Film-reich) auch negativ angesprochen habe. Alles in allem kan man deine Kriitk nachvollziehen, wobei ich sie nicht teile. Ganz und gar nicht. So wie du meinen Kritik zum Hintergrund vielleicht nicht teilst, wer weiß. Schade, dass die La La Land nicht das Gefühl geben konnte, das er mir gegeben hat. Ich wei, wie schlimm es ist, einen FIlm scheiße zu finden und ihn dennoch fast zwei Stunden aushalten zu müssen.

    • Ja, ich gestehe, das wird öfters erwähnt. Ich gelobe, dass das richtige Design bald folgen wird. Versprochen.
      Der LSD-Trip ist aber gewollt. *lach*

      Ach, ich denke das hat weniger mit einer Darstellung von Arm und Reich zu tun, und ob es da eine treffende Inszenierung von gibt. Es hat eher mit einer gewissen Authentizität zu tun, die ich eben bei „La La Land“ vermisst habe. Mit hat in einem Film über den eigenen kreativen schöpferischen Geist und den Mut diesen auszuleben, genau dieser auf jeglicher Ebene gefehlt.

  2. Danke, Friedl, für diese Besprechung von „La La Land“! Du bist die beste! Denn bisher hat sich anscheinend noch keiner getraut, zu sagen/schreiben, dass der Film verlogen ist. Weswegen ich ihn mir auch nicht anschauen werde.

      • Von mir immer. Ich bin die Einzige in meiner Stufe, die diesen Film vehement verteufelt! Hollywood Bauchgepinsle… Dazu brauchen die doch keinen weiteren Film oder Oscar. Captain Fantastic ist dagegen schon eher sehenswert….

  3. Das nenne ich mal eine Watsche für das La La Land. Mir sind einzelne Aspekte durchaus verständlich, vor allem die Alles-wird-gut-weil-wir-sehen-es-von-Anfang-an-ja-bereits Attitüde. Für mich funktionierte der Film als Flucht aus der Realität in eine rosarote Bubblewelt durchaus. Solche Filme braucht man ab und an. Genauer drüber nachdenken, ist bei La La Land eh nicht wichtig, weil nicht erwünscht. Aber mehr als einmal muss man sich diesen Werk nicht antun und wo der seine Trilliarden Oscar-Nominierungen her hat, bleibt mir ein Rätsel.

    @Bob: Das du auf nen Katzen-Film abfährst war eh klar! 😉

  4. Soo, jetzt würdige ich das hier auch mal durch einen Kommentar. Habe mich bisher noch nicht getraut^^
    Jetzt war ich letztens in Hacksaw Ridge und hatte durchgehend das Bedürfnis meinen Kopf gegen den Vordersitz zu hauen und zu rufen „Warum denn so dumm?“ während zwei von Dreien mit denen ich da war, aus dem Film kamen und meinten „joa, war cool, bewerte ich gut“. Gott sei Dank hatte ich den Dritten, um zu lästern. Ich verstehe dich jetzt also besser. Es ist schlimm mit etwas fast alleine auf der Welt zu sein.
    Das Gute an deiner Kritik ist, dass jeder, der den Film gesehen hat, auch sehen kann woher die Kritik kommt und dass die Sachen nunmal so sind, wie du sie auch schilderst. Ich denke mal, das einzige, was die Gemüter scheidet, ist die Wahrnehmung der Sache und ob einen diese Dinge persönlich stören. Und da war ich auch nicht von Betroffen. Mich haben eher die Musical-Stellen gestört, die das Jazz-Element irgendwie unterbrochen haben, und die Tatsache, dass beide Darsteller nicht besonders gut singen und kaum Luft für die langen Töne haben. Dann halt kein Musical draus machen. An der Handlung oder den Charakteren habe ich mich nicht gestört. Klar, sind sie nicht wirklich so arm wie sie tun, aber sie leben auch in Amerika und in Hollywood.. Da ist die Wahrnehmung doch nochmal etwas anders, als hier. Und selbst wenn – dann ist das was sie selbst durchmachen eben subjektiv aus ihrer Sicht gerade ganz doll schlimm, auch wenn es First World Problems sind, aber das macht sie ja nicht direkt unrealistisch. Gibt genug solcher Art. Ich kann aber auch verstehen, wenn man sich Charaktere, die man unsympathisch findet, obwohl sie sympathisch rüberkommen sollen, dann nicht gerne anguckt. Deshalb raste ich auch immer bei Sex and the City aus. Ganz schlimm.

    • Danke für deinen langen herzlichen Kommentar. ❤ Ich glaube, hätte man die Rollen mit Gene Kellys des 21. Jahrhunderts besetzt und wenigstens auf dem Sektor Musik und Tanz etwas umwerfendes kreiert, dann wäre meine Kritik milder gestimmt. Ich hätte mir beispielsweise Justin Timberlake oder Usher als Protagonisten geangelt. Und als weibliches Gegenstück (da muss ich länger überlegen) Drake *lach*. Nein, als weibliches Gegenstück vielleicht Amy Adams. Oder Beyonce. Jedenfalss irgendwer der genauso alt wie der männliche Part ist und nicht schon wieder 10 Jahre jünger.
      Ich glaube dann hätte ich mich auch nicht an der Handlung und der Message so gestört.

      Ich komme mir bei "Sex and the City" und Co. immer wie ein Alien vor, weil ich nie so wie die Damen da war, gedacht habe oder werden werde.

      • Usher hätte ich interessant gefunden, wobei dann die Frage ist, wie gut dann noch die Nicht-Musical-Szenen gespielt werden. Gleiches für Beyonce. Die Szene beim Abendessen mit der Eskalation oder den Konflikt nach ihrer Theateraufführung hätte ich ungerne mit Usher und Beyonce gesehen.. Mir fällt aber gerade auch keine ideale Besetzung ein. Darüber werde ich noch nachdenken müssen!

        Zu Sex and the City: Wenn dich das zum Alien macht, solltest du auf jeden Fall dankbar dafür sein eins zu sein und ich hoffe, ich bin dann auch eins, denn so selbstfixiert wie diese Charaktere sollte doch eigentlich niemand sein wollen…

      • ♪ ♫
        Boooooomer. He’s never gonna settle down.
        Boooooomer. Wandering from town to town.
        And when he comes into your life you’ll never be the same again.
        Boooooooooooomer.
        Boooooooooooomer.
        ♪ ♫
        ….
        ….
        Sorry, didn’t pay attention there for a minute. You were saying?

        Oh, right, cat supremacy and shit. So, you like Bob more than Boomer just because he’s a cat???
        DA FAKK? You SPECIST or somethin‘???

        Nonononononononono, that’s not it! I can see right through you, gal. Ain’t gonna fool me!
        Das bist nicht du, die da so verquer denkt, mein Frieml. Aus dir spricht Toxifoxi, der Plasmaspast!
        Ich warne schon lange vor diesem hinterfotzigen Gesellen. Er kommt aus dem Arsch der Katze und will in diesen zurück. Deswegen wandert er in dein Hirn und macht dich empfänglich für seine Lügen! Es steht alles geschrieben.
        http://gurkenrost.blogspot.de/2016/11/bodo-111-die-sub-muschi-hat-schuld.html
        Glaube nicht mir, oh Friemeligste Versuchung seit es Augenkrebs gibt, aber die Wissenschaft ist mächtiger als das Wort, somit zweimal mächtiger als das Schwert, welches wiederum Papier schneidet; Papier wickelt Stein ein und Stein steht für Mutter Erde, die Basis allen Lebens auffer Welt obendrauf. Toxifoxi ist somit eine INS GÖTTLICHE SPIELENDE NATURGEWALT!
        Und wir sind ihm schutzlos ausgeliefert.
        Nein. Nicht schutzlos.
        Wir haben eine Chance. Wir können uns wehren.
        WIR WERDEN NICHT SCHWEIGEND IN DER NACHT UNTERGEHN.
        WIR WERDEN SIE BEZAHLEN LASSEN FÜR IHRE TATEN!
        SIE KÖNNEN UNS DIE HIRNE ZERSETZEN, UNS UNSEREN FREIEN WILLEN NEHMEN. ABER NIEMALS NICH NEHMEN SIE UNS UNSERE FREIHEIT!!!!!


        BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  5. Klar, ist der Film unrealistisch. Das will er ja auch sein. Bin immer wieder erstaunt, dass Realitätsnähe als Qualitätskriterium für ein Musical herangezogen wird. Ich bezweilfe, dass die Ausstattung bei „Singing in the Rain“ so viel realistischer war.

    • Du, ich bin großer Fan von „Across The Universe“ und für mich gibt es das Kriterium „Die Realität“ nicht, da ich sehr oft merke, dass wirklich jeder die Welt anders intensiv und anders schwierig, schön, traurig etc. wahrnimmt. Und für mich ist Film in erster Linie Kunstmedium. Und da sind wir bei dem, was eben der Knackpunkt ist: Die Kunst. Die ist auf jeglicher ebene verlogen bis langweilig durchschnittlich und das ist mein Problem.

  6. Apropo Bob der Streuner, ich würde gerne im Leben mal jemanden von der Sozialstelle kennen lernen nur um den jenigen über diverse Vorurteile von Obdachlosen/ Junkies zu löchern… Ich blicke da leider nicht mehr durch. Und unbedingt Menschen mit einer ordentlichen Alkoholfahne zwei Euro in die Hand zu drücken, finde ich auch nicht sinnvoll.

    • Sondern? Solange ihm niemand bei einem Entzug hilft, braucht er doch den Alkohol, um sich nicht komplett scheiße zu fühlen.. Keine Ahnung, wie so eine Nacht auf der Straße für einen Alkoholiker aussieht, wenn er nicht einmal Alkohol zur Verfügung hat.

      • Ich habe dazu auch einen Bericht gelesen, dass da leider Alkohol auch die Überlebenschance deutlich erhöht. Drogenmissbrauch schlecht zu finden und zu bekämpfen, sollte man sich erst anmaßen, wenn man die Menschen in eine einigermaßen stabile Umgebung gepackt hat.

  7. Bob kenne ich noch nicht, aber bis ich es ins Kino schaffe, läuft er da wahrscheinlich schon lange nicht mehr. Was ich aber absolut nicht sehen möchte, ist LaLaLand – auch mir ist schleierhaft, warum man ihn mit so vielen Oscars überhäuft. Ein Phänomen, das mir schon lange auf den Keks geht. Fast scheint es mir, als wären diejenigen, die die Nominierungen vornehmen, auf reines Mainstream-Kino abonniert und blind für die meisten Filme, die es im vergangenen Jahr auf die Leinwand geschafft haben.
    LG
    Ulrike
    ………………………………………………………………………………….
    PS: Wenn ich wirklich gute Musik und guten Gesang hören möchte, entscheide ich mich für „West Side Story“.

    • Bob ist auch sehr gut für die Couch geeignet. So verregneter Sonntagnachmittag oder so.

      Ach, an sich bin ich schon interessiert, was das Mainstreamkino so macht, aber so billig aufgewärmtes habe ich selten im Kino gesehen.

      • Nichts gegen das Mainstreamkino, aber diese Lobhudeleien haben mich damals schon bei Titanic und Avatar abgeschreckt. Und die momentanen Lobhudeleien, die ich in Zeitschriften, Internet und Fernsehsendungen über LaLaLand mitbekomme, wirken auf mich so, als hätten die Kritiker voneinander abgeschrieben und ihre Argumente, warum sie den Film sooo toll finden, auch nur aufgewärmt.

  8. Ich frag mich gerade was du an den anderen (auch von mir sehr geliebten) Musicals authentisch findest? Ich will teilweise gar nicht genau über die tiefere Story von manchen Filmen nachdenken Weil es den ganzen Zauber kaputt machen würde.

    • Authentischer…mhmmm..egal, welchen Klassiker des Genres du nennst, es fällt einem sofort eine Schlüsselsequenz ein, ein Outfit oder eine Performance, aber bei „La La Land“? Da wäre jede markante Sequenz, die mir einfallen würde, ein Klau äh eine Referenz, die zuvor schon existierte.

  9. Habe gerade Deinen Kommentar zu La La Land bei der Singenden Lehrerin gelesen, dass er nur Glücksgefühle bei Leuten auslöst, die sich in ihrem Alltagstrott eingerichtet haben und dann ein bisschen überlegen, wie es gewesen wäre, wenn sie einen unsicheren Weg beschritten hätten. Das kann ich nicht bestätigen. Der Film hat mich sehr begeistert, obwohl ich meinen Träumen gefolgt bin und das sehr viele Unsicherheiten gebracht hat. Aber La La Land zeigt mir, dass es sich lohnt, am Ball zu bleiben. Dass es trotz Unwegsamkeiten richtig ist, an seinen Träumen festzuhalten. Im Übrigen glaube ich, dass der Weg das Ziel ist. In La La Land ist am Ende ja auch nicht alles gut. Sie geben ihre Liebe auf. Ob sich die jeweiligen Opfer lohnen, muss jeder selbst entscheiden.

      • Da hast du nicht unrecht, das hat mir auch nicht gefallen. Andererseits gab es ja einen Zeitsprung, möglicherweise haben wir ihren „Kampf“nur einfach nicht zu sehen bekommen. Letztlich haben mir an dem Film hauptsächlich die Bilder und die Musik gefallen, die Story war natürlich nicht die Neuerfindung des Rads. Klar.

  10. Hallo Friedl,
    ich bin jetzt reichlich verspätet auf deinen Artikel hier aufmerksam geworden. Ich hatte in meinem Artikel zu Atomic Blonde im Fazit kurz erwähnt, dass auf uns wohl ein langweiliger „Style over Substance“ Trend zukommen wird, nachdem (der meiner Meinung nach) ziemlich langweilige (aber hübsch anzuschauende) Lala Land zum besten Film gekürt wurde. Darauf hin hat mir der liebe MWJ deinen Artikel hier empfohlen. Und hier bin ich. Wenn du dich an der Diskussion beteiligen möchtest, bist du herzlich eingeladen.
    https://magofilmtipps.wordpress.com/2017/08/21/film-atomic-blonde-ueber-die-kunst-der-stylischen-belanglosigkeit/

    Zu deiner Kritik.
    Prinzipiell habe ich den Film nicht ganz so schlecht erlebt wie du. Aber ich verstehe absolut was du meinst!
    Auch ich konnte mit den beiden Protagonisten herzlich wenig anfangen. Bitterlich arm und die hübschesten Kleider/Anzüge tragen? Coole Autos fahren? Ich weiß nicht. Die Träumer-Botschaft fand ich nervig und die Figuren z.T. in ihrem Handeln unglaubwürdig. Ich meine die beiden sind sooo verleibt und trennen sich beim ersten Streit? Einfach so. Sehr erwachsen und lebenstauglich.
    Emma Stone sagt im Film sinngemäß „Die Leute werden in deinen Club kommen, weil du mit Leidenschaft dabei bist. Die Menschen stehen auf Leidenschaft.“ Ja genau. Und am Ende muss Frank Rosin kommen und den Laden retten, weil der Besitzer keinen Plan hat, wie man einen Club führt. Das halte ich für naiv. Vielleicht ist es ein Problem, dass ich absolut kein Träumer bin. Man sagt mir sogar nach, dass ich ein knallharter Realist bin. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das immer etwas Gutes ist…

    Richtig ärgerlich finde ich auch, dass Ryan Goslings Figur im Film sagt, dass man die alten Sachen loslassen und weiterentwickeln muss, damit etwas Neues, Tolles entstehen kann. Wie du es perfekt beschrieben hast, macht Lala Land aber genau das NICHT. Stattdessen gibt es den selben alten Kram einfach noch mal aufgewärmt und optisch auf Hochglanz gebracht. Das ist Lala Langweilig.

    • Ach ich finde es schön, sich gemeinsam aufzuregen. Ich glaube du hast sogar noch einen weiteren Kritikpunkt zutage gefördert. Ich würde mich nämlich schon als Träumer bezeichnen, nur dass ich daran ARBEITE mit LEIDENSCHAFT das Ziel AUS EIGENER KRAFT UND INSPIRATION zu erreichen und hier einfach nur gezeigt wird, dass man nur warten braucht bis die „große Liebe“ einen den richtigen Weg zeigt und es nur geht, wenn ein anderer an einen glaubt und alles arrangiert, so dass man hübsch naiv, dumm und belanglos bleiben darf.
      Schlimm, schlimm, schlimm.

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