Caroline Korneli & Markus Kavka – Mach mir mal ’ne Nudelsuppe, bevor ich dich besudel, Puppe!

Wenn man sich die Rezensionen so durchliest, könnte man meinen, dies ist ein schlechtes Buch. Ist es aber nicht. Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Erörterung der Geschlechter, sondern um ein Protokoll abendlicher Unterhaltungen der beiden Autoren. Von vor 10 Jahren.

Da muss man jetzt nicht mit Studien um sich werfen, um Aussagen nichtig zu machen oder analysieren, wer von beiden konservativer ist. Es handelt sich um kurzweilige Strandkorblektüre. Und auch wenn meine Meinung oftmals nicht der ihren entsprach, kann ich den Dialog der beiden wertschätzen, denn er gibt viel ihrer Persönlichkeit und Biografie preis.

Ich als jemand, den die Präsenz von Markus Kavka im Fernsehen schon durch die Kindheit begleitet hat und auch die gute Caro Korneli dank Sarah Kuttner Show und Radio Fritz keine Unbekannte ist, kann ich mir den Diskurs mit seiner lockeren Tonart bildlich gut vorstellen. Das könnte für jemanden, der die Korneli noch nie reden gehört hat, schwer einzuordnen sein, wenn sie davon redet, dass die Frauen sich aus dem Fußball zurückziehen sollen, damit den Kerlen wenigstens eine Sache bleibt.

Ich fand es interessant, dass ich mich mit beiden identifizieren konnte. Kavka hat etwas sehr einfühlsames, verzeiht vielleicht zu leicht und ist durch seine glücklich verliebten Eltern zu einem sehr romantischen Menschen herangewachsen, der durch diese Idealvorstellung fast schon getrieben wirkt. Und die Korneli, die in der DDR von ihrer Mutter großgezogen wurde, hat eben diese pragmatische und schroffwirkende, aber im Kern grundehrliche Art, die vielen vor den Kopf stößt. Da kann man sich ganz selbstverständlich um ein gemeinsames Kind mit Anfang 20 kümmern ohne ein Paar zu sein. Muss halt. Diese Einstellung bekommt man dann einfach mit auf die Welt. Kenne ick och.

Das Buch wird keine Leben verändern oder große Erkenntnisse zutage fördern, aber die Dynamik und der Facettenreichtum beider ist schon schön. Er, der betont emotional und selbstzweiflerisch erörtert und sie, die selbstbewusst, die Initiative ergreift und einfach macht. Er, der Fußball liebt und sie, die gerne das Nest für den Nachwuchs vorbereitet.

Sollen die Menschen doch machen, was sie glücklich macht. Ich bin letztens vollkommen darin aufgegangen meinen Ofen zu reinigen. Bin ich deswegen keine emanzipierte Frau?


Das Buch ist 2007 im Rowohltverlag erschienen.

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6 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Das klingt aber ehrlich gesagt, wenig spannend. Zumindest nicht so, dass ich mir das Buch kaufen würde. So etwas kann man in nem netten kleinen TV-Beitrag verwerten, aber als Buch?
    (Der Text lässt sich übrigens durch das Hintergrundbild schlecht lesen)

  2. Die visuelle Lesbarkeit des Textes ist aber schon massiv besser geworden. Mittlerweile muss ich den Text nicht mehr markieren. Lob!

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