The Chilling Adventures of Sabrina (Staffel 1, 2018)

Eigentlich wollte ich ja nachdem Netflix „Black Mirror“ getötet hatte, schon meinen Hut nehmen, aber „Making a Murderer“ und „Anne with an E“ lullten so schön ein. Ich war sogar richtig stolz auf mich, wie erwachsen ich einfach die zweite Partie „13 Reasons Why“ nicht in mein Leben ließ. Doch obwohl ich wusste, dass die Leute von „Riverdale“ für die neue Sabrina Spellman verantwortlich sind, konnte ich es nicht gut sein lassen. Nein, Ragefriedl ist wieder zurück und sie hasst es noch immer für dumm verkauft zu werden!

Keine neue Produktion wird dem Jungvolk ein so wahrhaftiges Gefühl geben, wie ein echter ______________________ (bitte Name eines stilprägenden Filmmenschen einfügen), ein echter Film der einer bestimmten Dekade entspringt, wo SchauspielerInnen nicht als Popkulturreferenz ausgenutzt werden, um den Menschen, die tatsächlich vor der Jahrtausendwende gelebt haben, ein wohliges Fünkchen Nostalgie mit auf den Weg zur Fersehcouch zu geben. Als ich Sean Astin in „Stranger Things“ sah tat er mir in seinem ausgenutzten Zustand kurz Leid und dann habe ich als leidenschaftliche Goonies-Hasserin natürlich abgeschaltet. Bei „Riverdale“ habe ich mir das ach so clevere „Wir besetzen Liebling Shelly aus „Twin Peaks“ als fiese Mutti, den Killer aus „Scream“ als lieben Papi und machen aus dem asexuellen Jughead mal den sexy Posterboy und alles ganz düster, aber mit Teendrama und so“ auch eine Staffel gegeben, aber in den Geschichtsbüchern wird über die 2010er wohl in großen Lettern prangen: Dadurch, dass alles an Bedeutung verloren hat, es keine Subkulturen mehr gibt und alles durchkommerzialisiert ist, wurde alles was von den Sechzigern bis zu den Neunzigern relevant war, zu einem ästhetischen, aber verlogenen Haufen zusammen gekehrt. Die Ära der Au­then­ti­zi­tätslosen.

Doch bevor ihr panisch euren Black-Metal-Menschen eures Vertrauens über Satanismus ausfragt oder wildfremde Grufties einfangt, um sie als Expert*Innnen für „Chilling Adventures of Sabrina“ zu gewinnen, fragt lieber euren Verschwörungstheoriemenschen. Der kann dann die zahlreichen Klischees noch mit Anekdoten aus den guten alten Zeiten der „Satanic Panic“ oder „Moral Panic“ versüßen, um dann am Ende zu Pizzagate zu gelangen. Alles Kinderschänder da draußen!

Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte mir vor der ersten Episode wirklich vorgenommen, nicht voreingenommen zu sein, auch wenn mein kleines Herz aus Kindertagen sehr an Salem, Hilda und Co. hängt.

Es folgen meine Gedanken zu den einzelnen Kapiteln. Und ein Trinkspiel.


Kapitel eins: Familientreffen

Besser kann man Friedl nicht verwirren. Wir sind im Kino und schauen „Night of the Living Dead“. Aha, hat man also versucht dem Vergleich mit der Sitcom zu entkommen, in dem man das Ganze ins Jahr 1968 verlegt? Harvey sieht aber eher nach 70er aus und die Autos und das gesamte Set, aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhh, wo und wann bin ich hier gelandet? Und dann tanzt Sabrina die Treppen entlang zu einem Lied, welches wir alle durch „Dirty Dancing“ lieben gelernt haben. Und wir wissen alle egal, ob wir das für ein Plagiat oder eine Hommage halten, dass eine Winona Ryder in „Beetlejuice“ es besser machte. Und wir fahren zu „Bad Moon Rising“ durch die Nacht und wissen, dass etwas Unheilvolles in Erscheinung treten wird. Denn wir haben alle „American Werewolf in London“ gesehen und geliebt.

Es wäre jetzt einfach zu sagen, dass so etwas Leute gut finden, die sich ohne Sehschwäche eine Brille aufsetzen, die sich Platten oder Bücher als Dekoration hinstellen oder Modestile kopieren ohne deren Ursprung zu kennen und schlichtweg keinen Tiefgang kennen. Es hilft mir in meinem Unverständnis. Ästhetik um der Ästhetik willen funktioniert bei mir auch. Nur genügt es in den wenigsten Fällen.

Wenn ich die unbedeutenden Nebenrollen Social-Justice-Warrior-freundlich gestalte und einen auf „#metoo – the series“ mache, halbgare Versatzstücke a la „White Patriarchy“ in Nebensätzen verlauten lasse, was an Verlogenheit und halbgarem Engagement fast schon langweilt, dann kann doch nur die Sexualisierung einer nackten 15-jährigen in der Badewanne dem Ganzen das Krönchen aufsetzen. Körperpflege ist essenziell, ich weiß, und die Szene ist auch so voll wichtig und so, aber die Kamerafahrt über den Körper der natürlich noch jungfräulichen Sabrina ist so male gaze, dass es fast schon weh tut.

Und weil einem zu Protagonistinnen natürlich nichts anderes einfällt, außer wie man sie zu unterdrücken hat, wird durch Religion und Gewalt das letzte Fünkchen Kreativität und Fantasie aus der jugendlichen Hexe gequetscht. Jetzt geht es um ein armes reiches weißes Mädchen, was extra die Eltern tot gedrehbucht bekommen hat, damit sie nicht zu white privilege ist, um ständig von oben herab ihre PoC/LGBTIQ-Freunde zu managen, weil die ja zu schwach sind, um für ihre Rechte selbstständig zu kämpfen.

Und was ist eigentlich mit Tante Hilda? Ihr Gesicht verwirrt mich, weil es oftmals an den Rändern unecht wirkte. Als hätte man sie bewusst dicker machen wollen. Was da los?

Und Harvey ist nicht dumm und liebenswert, sondern jetzt auch charakterloses Aushängeschild? Natürlich Künstler und schwarzes Schaf einer Familie, die wahrscheinlich „toxic masculinity“ repräsentieren soll. Denn Menschen im Fernsehen haben keine Wesenszüge mehr, keine Emotionen. Sie haben nur noch Traumata.

Ach ja, Salem ist nur noch süß und hält die Fresse. Wie passend.

Kapitel zwei: Die satanische Taufe

Wisst ihr noch damals, als Tante Hilda und Tante Zelda zwei Individualistinnen waren, die auf derselben Augenhöhe miteinander stritten, sich bekriegten, Unfug trieben, sich aber am Ende des Tages aufrafften und gegenseitig respektierten?

Heutzutage gibt es ja nur zwei Arten von Menschen: Opfer und Täter. Gibt ja nur schwache und starke Menschen. Ganz einfach. Ich meine what da fuck. Zelda unterdrückt ihre Schwester Hilda. Nicht nur mit psychischer Gewalt, nein, sie bringt sie aus Langeweile hin und wieder um. Hilda, im Gegensatz zum blühenden Leben der Sitcom, ist hier die alte Jungfer (ist ja klar, sie ist dick, Hollywoodtodsünde No. 1), die sich apathisch unterbuttern lässt. Und das wird nicht einmal komödiantisch in Szene gesetzt, sondern soll einfach zum düsteren Ton beitragen, was ich bei dieser Oberflächlichkeit doch ein wenig problematisch finde, denn niemand hat einen so großen Kampf auszufechten, wie jemand der mit psychisch und/oder physisch unterdrückender Gewalt konfrontiert lebt und tagtäglich wie in dem Fall von Hilda dagegen ankämpfen und stark sein muss.

Die Serie geht allerdings noch weiter, denn wir lernen nicht nur, dass Opfer von jeglicher Form von Gewalt und Diskriminierung schwach sind, nein, sie sind auch noch selten dämlich und greifen aus einem Impuls heraus eine gesamte Footballmannschaft an. Da muss Sabrina natürlich die Ehre des genderqueeren Opfers in Form der Susie Putnam verteidigen. Und wie pathetisch das inszeniert ist! Hallelujah. Man nenne mir einen Charakter in dieser Serie mit Eigenschaften, ich würde Preise verteilen. (Father Blackwood und „sexy“ lasse ich nicht gelten.)

Das Bella-Edward-Syndrom meldet sich auch. Was zur Hölle hält denn bitte Sabrina und Harvey zusammen? Da ist ja gar keine Magie zwischen den beiden Schluck Wasser. Und oh mein Gott, ich habe es selten, dass Schauspiel mir Peinlichkeitsgänsehaut verschafft.

Von der Höhlensequenz muss man auch nicht reden. Und die Musikauswahl macht mich bereits auch aggressiv. Sind minimalistische Frauenstimmen(Cover)songs wirklich immer noch in Mode?

Kapitel drei: Die Anhörung der Sabrina Spellman

Und auf einmal sind wir bei „Making a Murderer“. Zählt das schon als Crossmarketing?

Die Atmosphäre hatte etwas Mad-Max-iges. Ansonsten natürlich vollkommen unnötig und in die Länge gezogen. Der extra in die Serie geschriebene Pansexuelle wird natürlich ganz provokativ (huihuihui…nicht.) für erotische Szenen genutzt während das prüde Teeniepärchen die wirklich peinlichste Suche nach einem Muttermal durchführt, die ein 13-jähriges Pubertier vor sich hin fantasieren könnte.

Die schwarze Freundin muss natürlich auch noch von einem Schicksalsschlag ereilt werden. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es sofort hieß, dass sie womöglich innerhalb der nächsten drei Monate erblinden wird oder ob sie innerhalb der nächsten drei Monate eine furchtbar unansehnliche Brille erhalten würde und dann jederzeit erblinden könnte. Egal. Das wichtigste ist, dass die Gute am Ende der Folge nicht die vielen Bücher betrauert, die sie noch lesen möchte, sondern wie scheiße sie dann aussehen wird.

Man fragt sich langsam, ob noch eine stringente Handlung aufkommen mag und wo die versprochenen Abenteuer sich verbergen. Sabrina hext gar nicht und auch das Hexendasein ist nicht im Fokus, denn alle sind ja damit beschäftigt unterdrückt zu sein.

Kapitel vier: Hexenakademie

Applaus, eine Anspielung auf „Die Fliege“! Und neben dem Retromix dürfen wir jetzt noch ins Satanistenhogwarts, wo die Wednesday Addamses für Arme unsäglich unlogisch nerven, weil Frauen ja Frauen laut Klischeebibel bekriegen müssen. Neben dem schwierigen Motiv der Rache bezüglich dem Umgang mit Diskriminierung und Gewalt und Sabrina als Retterin aller Schwachen, tritt mein neuer Lieblingscharakter auf den Plan. Nick aka der männliche Charakter, der die Funktion hat konstant Sabrina den Weg zu ihren wahrhaftigen Gefühlen, Gedanken und Zielen zu führen. Nick, der Mansplainer galore.

Das umgekehrte Phänomen nenne ich übrigens Nolansplaining, weil Christopher Nolan weibliche Charaktere ausschließlich in seine Filme schreibt, damit diese Dinge dem Zuschauer erklären etc. Wisst ihr Bescheid.

Ich habe mich übrigens immer noch nicht gegruselt. Habe das Gefühl im näher an das Lebensgefühl unseres allseits beliebten Filmschrott heranzukommen.

Kapitel fünf: Träume im Hexenhaus

So langsam ist der Drops auch gelutscht. In der Zeit von 10 Episoden á eine Stunde Laufzeit hätte ich auch zwei Staffeln „Sabrina total verhext!“ schauen können.

Noch mehr Gewalt, noch mehr Leid, Langeweile kommt auf. Die Traumsequenz ist hässlich, offensichtlich, Maske und Effekte fad bis beschissen. Und Harvey zückt auf einmal ein Handy! Während im Hause Spellman noch fleißig das Drehscheibentelefon klingelt. Ich glaube auch. Anachronismen bereiten mir sonst Freude.

Kapitel sechs: Ein Exorzismus in Greendale

Harvey trägt dasselbe Shirt wie Johnny Depp in „Nightmare on Elm Street“ während er auf dem Bett liegt! 9 von 10 Nerds feiern das.

Ich frage mich langsam, wer eine Serie braucht, die einen einschränkt anstatt zu befreien. Es ist kein sensibles Portrait eines Mädchens, welches aus einer Sekte entfliehen möchte und politisch engagiert ist, aber bad ass comic horror action geschweige denn humorvoll und pointiert kann man das Endprodukt auch nicht nennen. Als hätten die Menschen dahinter zu viel „American Horror Story“ geschaut und versucht, alles was sich derzeit auf Netflix noch gut verkauft da mit hinein zu schustern.

Die Fake-Katzengeräusche nerven auch ähnlich wie der irrelevante Religionsmist. Am schlimmsten sind jedoch die Vorurteile und das Verhalten von Sabrina. Die Hexe glaubt also ihren Freunden nicht, wenn sie etwas übernatürliches gesehen haben und erniedrigt ihren Freund noch mit Sätzen wie „This ain’t the Goonies, Harvey.“. Gute Vertrauensbasis hat das Traumpaar.

Und der Einsatz von „If I Had a Heart“. Schlecht bearbeitet und geschnitten und eh fremd besetzt, seitdem es Intro von „Vikings“ ist.

Kapitel sieben: Fest des Festmahls

Also, ich kann jeden verstehen, der am letzten Abend seines Lebens noch eine schöne Orgie feiern möchte. Sabrina platzt in solch eine und hat natürlich nichts besseres zu tun, als die Anwesenden, insbesondere Nick, angewidert zu verurteilen.

Und die Familie von Harvey aufgrund ihres Jagdbrauchs zu verurteilen, während man selbst Tier auf dem Teller hat, ist schon amüsant.

Und wie kann das sein, dass Sabrina eine fertige Hexe ist? Das riecht doch nach Mary Sue.

Kapitel acht: Die Beerdigung

Wer häkelt eigentlich die ganzen Puppen für die okkulten Verfahren?

Grüße an Nick, der wie immer ein gutes Gespür dafür hatte, was Sabrina zu tun hat. Es ist schon faszinierend, dass in dieser Parallelwelt, wo eigentlich alle essenziellen Motive der Popkultur aufgegriffen werden, „Frankenstein“ und Konsorten gänzlich unbekannt sein müssen. Hier in meiner Welt ist es jedem bekannt, dass nichts Gutes zu erwarten ist, wenn man jemanden von den Toten zurückkehren lässt.

Dafür ist wenigstens die passendste Beschreibung von Sabrina Spellman durch ihren Cousin in dieser Episode gefallen:“Why must you always insist that the universe is granting you special privileges?“

Echt ey.

Halten sich für revolutionär, offen und inklusiv, haben aber nicht den Mut die SM-Beziehung von Lord Blackwood und Éowyn äh Tante Zelda plus religiösen Aspekt weder explizit darzustellen noch zu thematisieren. Die sind ja auch alt und eklig, iiiiiiiiihhhhhh. Dann lieber Muttermalsuche mit Sabrarvey.

Kapitel neun: Der zurückgekehrte Mann

„I don’t care about the coven I care about what’s right.“

Wie kann man Sabrina sympathisch finden? Sie verurteilt jeden, der nicht nach ihrer Auffassung lebt, stellt sich als die Auserwählte da und schlitzt ohne mit der Wimper zu zucken fremde Hälse auf. Sie behandelt ihre Außenseiterfreunde wie Accessoires, wie Handtaschenhündchen, die nur durch sie geschützt sind vor der bösen Welt, aber vertrauen tut sie nicht. Ihre Freunde ihr im übrigen auch nicht, sonst würden sie sich nicht fragen, ob Hexen bösartig sind.

Wahre Freundschaft zeichnet sich doch gerade durch ein Urvertrauen in den anderen aus oder hat die Menschheit die Formen der Liebe und Zuneigung vollends eliminiert, so dass dieses Prozedere als bewegend und Herz erwärmend empfunden wird?

Am meisten tut es bei Hilda und Zelda weh, die nichts zu tun haben und ein Beerdigungsinstitut leiten. Hallo, Zelda ist Wissenschaftlerin mit Leib und Seele, hat sich mit männlichen Kollegen Jahrhunderte lang gemessen und versucht Krankheiten aller Art zu besiegen, während Hilda als leidenschaftliche Musikerin und einem Teller bunter Knete im Kopp dafür gesorgt hat, dass nicht alles routiniert abläuft. Und hier? Alles lebendige Tote mit der emotionalen Kapazität eines Eierbechers.

Und vor allem ist das nicht der akkurate Lebensstil nach Satan! Die verhalten sich eher wie Katholiken aus der vorvorletzten Jahrhundert.

Ich musste übrigens sehr lachen, als ich laß, dass Netflix jetzt vom Satanic Temple verklagt wird. Und ja, mir machte der Blur-Effekt an mancher Stelle auch zu schaffen, aber mir wurde nicht schlecht. Ein Wunder.

Kapitel zehn: Hexenstunde

Alle Hexen können also nicht lieben, weil ihr Lord ein egoistischer Lord ist. Die armen Satanist*Innen, die die Show sehen. Sind wohl die Veganer*Innen unter den Glaubensgemeinschaften.

Die Spellmans sind jetzt jedenfalls moralische Instanz und spontane Retterinnen der Stadt und wir kommen am selben Punkt an, wo der Mist begonnen hat. Ich liebe es mich unnütz im Kreis zu drehen. Und alles nur für eine Unterschrift ins Büchlein. Und zum Dank bekomme ich die längste Rückblende aller Zeiten und eine Schluss, wo sexy Sabrina mit neuem Haar, neuem Kleid und Lippenstift ihr new empowered me zelebriert und so vor sich hin zwinkert.

Da bin ich raus, Kinders.


Ihr könnt die Serie natürlich auch aus dem religiösen Standpunkt heraus betrachten und werdet wahrscheinlich schnell merken, dass Nonsens egal, wie ernst man ihn nimmt, Nonsens bleibt. Für ein Trinkspiel allemal geeignet.

Die Regeln sind einfach: Bei jedem Verstoß der Hexen wird getrunken. Ihr könnt wählen zwischen den neun satanischen Sünden, den elf satanischen Regeln oder neun satanischen Aussagen. Für einen Komplettabsturz einfach alle drei kombinieren. Schaut einfach unten bei den Quellen vorbei. Da findet ihr die Links.

Ich bin natürlich trotz des Unmuts gnädig genug, einen Eindruck des Produktes zu gewähren.

Ave Satani!


Quellen:

√(Amorem&Amor)

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16 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich hatte ja schon auf diesen Post gewartet und Hui! Was für ein Spaß. Klingt wirklich ziemlich beschissen.
    Erstens natürlich eine „modern“ aufgemöbelte Aneinanderreihung von Neu-Klischees, was mittlerweile für mich ja so ziemlich das größte Grauen ist. Ich meine, nichts gegen Diversität. Voll dafür. Aber dann muss es eben auch Sinn machen. Einfach alle Hautfarben und Geschlechter in den Mix zu werfen, damit man auch ja alles vertreten hat, bringt halt nix, wenn die dann alle trotzdem rein gar nichts darstellen, das nicht über „ach ja, der/die/das war ja auch noch da“ hinausgeht.
    Zweitens die ebenfalls nervige Seuche der ach so beliebten Retrokacke, bei der mehr Verweise und populäre Songs aus der Vergangenheit in den Mixer geschmissen werden, als für irgendein Produkt gut sein kann.

    Eine Frage habe ich dann aber doch noch: Was hast du denn gegen „Die Goonies“? Der Film macht doch einfach ne Menge Spaß.

    • Ja, es gibt nichts schlimmeres als falsche verlogene Diversität. Und sie werden halt alle von rich white girl Sabrina getadelt, belehrt oder beschützt, was einfach so daneben ist.

      Ich habe vor Ewigkeiten „Die Goonies“ geschaut und ich fand die Boys nervig und ich fands gemein, dass ich mich mit niemanden identifizieren konnte und ich glaube ich hatte bis dato schon zu viele tolle Kindergangs kennengelernt. Mochte das Ding einfach nicht. Kann aber auch sein, dass da schlichtweg zu alt für eine Erstsichtung war.

      • Rich white girl/boy ist in meinen Augen ja ohnehin schon so ziemlich die langweiligste Charakterzeichnung, die man bringen kann. Die Figur dann noch über alle anderen zu stellen, ist dann quasi der direkte Tod für jede Geschichte.

        Okay, solche Filme in der Erstsichtung können heute natürlich etwas schwierig sein. Ich mochte den schon immer. Identifizieren kann ich mich da auch mit niemandem, das ist aber für mich auch nicht so wichtig. Ich mag die Truppe einfach dafür, dass sie alle so derbe einen an der Klatsche haben. Und bei den Chunk und Sloth Szenen kann ich mich heute noch wegschmeißen.

  2. Hut ab, dass du das durchgezogen und durchgehalten hast! Ich habe über eine Woche für die erste Episode gebraucht, weil ich nach 10 Minuten immer gelangweilt und genervt abschaltete. Momentan bin ich bei der News der erblindenden Freundin angekommen und komme aus dem Augenrollen nicht mehr heraus.
    Selbst wenn man die Serie mit dem Wissen schaut, dass sie auf den düsteren Comics basiert und daher mit der Sitcom wenig zu tun, ist die Serie eine Enttäuschung. Aktuelle politische und gesellschaftliche Themen werden da so plakativ mit dem Holzhammer reingehauen, dass es fast schon wie Parodie wirkt und die Figuren sind trotz der versuchten Alleinstellungsmerkmale (oder eher: ihrer Unterdrückung) dermaßen blass und nichtssagend. Bis heute hatte ich das Gefühl, dass es nur mir so ging – dein Beitrag war daher eine Art Erleichterung. 😀 Danke dafür!

    • PS: Mir war nicht mal klar, dass „The Chilling Adventures of Sabrina“ in den 60ern spielt … Ich hatte es eher in die frühen 80ern eingeordnet. Was nur bestätigt, wie schlecht die Zeit von den Machern eingefangen wurde.

      PPS: Ganz grässlich fand ich auch die Szene, als Sabrina für die Halloween-Feier in einem Brautkleid die Treppen herunterkommt und die Jungs in Zeitlupe vor sich hinsabbern. 1) So atemberaubend oder anders sah Sabrina nun auch wieder nicht aus und 2) hat man solche Momenten schon 1.000-mal besser in durchschnittlichen Teeniefilmen gesehen.

      • Offiziell spielt es wohl 2018, aber in einer ganz besonderen Stadt, wo extra alles wild durchmixt wird, weil das eben so cool und retro ist.
        Ja, ich dachte mir da so, dass sie wahrscheinlich so einen wunderschönen „Pretty in Pink“-Moment herstellen wollten, aber es war einfach nur daneben und peinlich berührend. Welche 15-jährige geht in einem Hochzeitskleid zur Halloweenparty. Da malt man sich Blut ins Gesicht und geht als Zombie oder so.

    • Ich erfreue mich an deiner Zustimmung. Ich verstehe wirklich nicht, wie dieses durchweg positive Echo zustande kommt. Wie können sich alle damit begnügen? Ist mein Anspruch zu hoch? Die Mischung aus Langeweile und Genervtsein trifft es perfekt. Und ja, beende den Scheiß einfach. Am Ende kommen wir ja eh zu dem Fazit, dass diese Serie es eh icht wert ist, darüber fachzusimpeln und sich aufzuregen. In einem Monat ist etwas anderes der neue heiße Scheiß.

  3. Habe mich nie an The Chilling Adventures of Sabrina rangetraut, benutze Netlix mittlerweile Nur noch für Animes und für 3%… Wobei es aus Unistress eher momentan meiner Mutter gehört 😀 Ich kann ja immer nur wieder „Rita“ oder „Hjørdis“ empfehlen…
    Ps: Jughead ist aro/ ace. Also aromantisch und asexuell, großer Unterschied 😉

    • Ahaha, das klingt als wäre die Serie schon seit 50 Jahren auf Netflix, wenn du schreibst, dass du dich NIE herangetraut hast. PS: Ich verstehe nicht ganz, was du mit dem „großen Unterschied“ meinst, denn ich habe doch gar nirgends „aromantisch“ ausgeschlossen. Ich habe nur sneeky Asexualität mit untergebracht.

  4. Da kann ich ja froh sein, dass ich das nicht erleben muss. „Sind minimalistische Frauenstimmen(Cover)songs wirklich immer noch in Mode?“ – ist das der gleiche Quatsch, der mir seit geraumer Zeit auch schon bei Grey’s Anatomy auf den Keks geht? Dann doch lieber keine Musik als so ein Gesäusel.

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